Gericht kippt Auflagen der Behörden

Taubentöten: Falkner siegt

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Erst ein Schlag auf den Kopf, dann wird das Genick gebrochen

Wiesbaden/Limburg - Im Streit um „die Lizenz zum Töten“ von Tauben hat ein Falkner aus dem mittelhessischen Villmar erneut einen Erfolg vor Gericht erzielt.

Gestern kippte das Verwaltungsgericht Wiesbaden (AZ 4 K 330/12) verschiedene Auflagen, die der zuständige Landkreis Limburg-Weilburg ihm gemacht hatte. Falkner Berthold Geis will im Auftrag, beispielsweise von Firmen, Tauben fangen und töten, wenn sie Gesundheitsgefahren darstellen oder mit ihrem Kot Schäden an Gebäuden anrichten. Er tötet die Vögel nach eigenen Angaben, indem er sie zuerst mit einem Stockschlag auf den Kopf betäubt und ihnen dann das Genick bricht.

Dazu gab ihm der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel bereits im September 2011 das Recht. Geis darf Tauben töten, wenn sie zur Plage geworden sind. „Das ist der Fall bei Schwärmen ab etwa zehn Tieren pro 100 Quadratmeter Grundfläche“, befanden die obersten hessischen Verwaltungsrichter. (AZ 8 A396/10). Der Landkreis müsse neu auf die Anfrage des Falkners reagieren, entschieden sie.

„Voll zufrieden“

Ende Februar bekam Geis schließlich die Erlaubnis vom Landkreis, allerdings mit zahlreichen Auflagen. Dazu gehörte, dass eine Behörde vor dem Einfangen der Tauben bestätigen müsse, dass es sich um eine Plage handelt. Geis sollte die Vögel zudem nur zwischen August und Mitte Februar einfangen und nur unter bestimmten Bedingungen töten dürfen. Alle anderen Tauben sollte er an anderem Ort täglich wieder freilassen und das auch mit Fotos dokumentieren.

„Das läuft dem Sinn einer effektiven Schädlingsbekämpfung zuwider“, sagte der Vorsitzende Richter Bernd Wittkowski. Das Gericht erhielt jedoch die Auflage aufrecht, dass Geis die Tauben ausschließlich mit einer Käfigfalle einfangen darf und diese täglich kontrollieren muss.

„Ich bin voll zufrieden“, sagte der Falkner. Die Vertreter des Landkreises kritisierten nach der Urteilsverkündung hingegen, dass der Falkner nun alle Tiere töten dürfe - egal, ob sie gesundheitsgefährdend sind oder nicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
dpa

Quelle: op-online.de

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