Tausende Beschwerden gegen den Block 6

Darmstadt -  Gegen die Erweiterung des Kohlemeilers Staudinger bei Großkrotzenburg sind beim Regierungspräsidium in Darmstadt 2.000 Einwendungen eingegangen. Diese Zahl nannte gestern ein RP-Sprecher zum Ende der entsprechenden Frist.

Als Zeichen breiter Ablehnung in der Bevölkerung gegen das Projekt des Energiekonzerns Eon wertete der Sprecher der Bürgerinitiative (BI) „Stopp Staudinger“, Winfried Schwab-Posselt, die Tatsache, dass Umweltschützer zudem am Vormittag einige weitere Tausend Beschwerden, die sie in den vergangenen Wochen gesammelt hatten, übergeben konnten.

Als nächstes würden die Beschwerden - nach Argumenten sortiert - Eon für eine Stellungnahme zugesandt, teilte die Behörde mit. Am 10. November beginne dann in Großkrotzenburg die öffentliche Erörterung, bei der sich Befürworter und Gegner voraussichtlich wieder heiße Rededuelle liefern werden.

Die Kraftwerksgegner hatten bereits angekündigt, dass sie im Falle einer Baugenehmigung für das 1,2- Milliarden-Euro-Projekt vor das Verwaltungsgericht ziehen wollen. „Der Ausbau wäre eine einzige Katastrophe. Schon jetzt leiden die Menschen in der Region unter erheblichen Luftverschmutzungen und Lärmbelästigungen“, sagte Schwab-Posselt. Die Bürgerinitiative arbeitet mit den Umweltschutzverbänden BUND Hessen und BN Bayern zusammen.

In ihren Einwendungen dokumentieren die Bürger, dass sie sich durch den Bau und Betrieb des geplanten sechsten Kohleblocks in ihren Grundrechten auf den Schutz der Gesundheit und der körperlichen Unversehrtheit verletzt fühlen. „Bereits jetzt überschreitet der Emissionscocktail aus Stickoxiden, Schwefeloxiden, Feinstäuben und Schwermetallen häufig die gesetzlich festgelegte Alarmschwelle“, sagte Schwab-Posselt. Wenn künftig 400 statt 200 Tonnen Kohle täglich verbrannt würden, stiegen die gesundheitlichen Risiken dramatisch an.

Kritik richteten die Umweltschützer auch an das RP Darmstadt. Die Beamten der Genehmigungsbehörde machten sich zu „Erfüllungsgehilfen“ und orientierten sich am politischen Willen. Die schwarz-gelbe Koalition in Wiesbaden befürwortet den Ausbau. Das RP wies die Anschuldigungen zurück: „Die Beamten setzen Recht und Gesetz um“, betonte RP-Sprecher Gerhard Müller. Man könne davon ausgehen, dass die Bewertungen der Behörden-Fachleute auch bei einem möglichen Rechtsstreit Bestand hätten.

dpa

Quelle: op-online.de

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