Techniker wegen Totschlags verurteilt - 17 Jahre nach der Tat

Frankfurt - Vor 17 Jahren ist ein Koblenzer Beamter erdrosselt und beraubt worden, jetzt erst wurde der Täter verurteilt: Wegen Totschlags muss ein 43 Jahre alter Mann für elf Jahre hinter Gitter. Das hat das Frankfurter Landgericht heute entschieden.

Elf Jahre Haft verhängten die Richter gegen den Mann, der aufgrund von DNA-Spuren in den USA aufgespürt und festgenommen worden war. Nach Überzeugung der Schwurgerichtskammer hatte er am Nachmittag des Pfingstmontags 1993 in einem Waldstück bei Oberursel den damals 51 Jahre alten Beamten mit einer Krawatte erdrosselt und ihn danach beraubt. Geldbörse, Uhr und einen Ring nahm er mit. Mit der Scheckkarte des Opfers waren kurz nach der Tat größere Beträge am Geldautomaten abgehoben worden.

Motiv blieb weiterhin unklar

Das Motiv für die Tat blieb auch im Prozess unklar. Hintergrund des Treffens im Wald könne ein geplatztes Kreditgeschäft gewesen sein, meinte das Gericht. Beide Männer steckten in finanziellen Schwierigkeiten. Als völlig unglaubwürdig wiesen die Richter die Aussage des Angeklagten zurück. Danach soll der Regierungsamtmann während eines gemeinsamen Familienspaziergangs seine kurze Abwesenheit ausgenutzt haben, seine Ehefrau anzugreifen. Deshalb habe er in Nothilfe gehandelt.

Speichelprobe passte zu Spuren an Krawatte

Obwohl der Angeklagte schon kurz nach dem Verbrechen von der Polizei vernommen worden war, dauerte es mehr als zehn Jahre, bis er anhand von DNA-Analysen als möglicher Täter ermittelt wurde. Seine Eltern hatten Speichelproben abgegeben, die zu den Spuren an der Krawatte des Opfers passten. Der inzwischen in die USA ausgewanderte Mann wurde im Juli vergangenen Jahres festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert.

dpa

Quelle: op-online.de

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