Techtelmechtel als Erklärung

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Der wegen Mordes an der Witwe des früheren Theaterintendanten Harry Buckwitz vor 20 Jahren angeklagte Horst-Josef K. hat gestern den Mordvorwurf zurückgewiesen. Nebenklägerin ist die Buckwitz-Tochter Sybille Buckwitz.

Frankfurt - (dpa) Fast 20 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der Witwe des früheren Frankfurter Theaterintendanten Harry Buckwitz steht seit gestern ein Busfahrer vor Gericht.

Der 57-Jährige, der wegen Mord und Raubes mit Todesfolge vor dem Landgericht Frankfurt angeklagt ist, bestritt zum Prozessauftakt eine Beteiligung an dem Verbrechen.

Die damals 74 Jahre alte Betsy Buckwitz war im Juni 1989 in ihrer Wohnung in Königstein gefesselt und erwürgt worden. Der Täter entwendete Schmuck im Wert von rund 50 000 Euro.

Über seinen Verteidiger ließ der Angeklagte erklären, er habe mit der später Getöteten ein Liebesverhältnis unterhalten. Deshalb habe er in der Wohnung auch gentechnische Spuren hinterlassen. Der Angeklagte war nach der Tat von einer automatischen Kamera dabei fotografiert worden, wie er mit der Scheckkarte von Buckwitz' Geld an einem Automaten abheben wollte. Dies erklärte er vor Gericht damit, er habe die Karte zufällig in seinem Auto gefunden und sie über den Geldautomaten „zurückgeben“ wollen.

Sowohl die Tochter des Opfers, die als Nebenklägerin vor Gericht vertreten ist, als auch Zeugen aus ihrem Bekanntenkreis widersprachen der Version des Angeklagten vom angeblichen Liebesverhältnis zwischen dem damals 37-Jährigen und der 74-Jährigen. Buckwitz sei eher ängstlich und nicht auf Beziehungen zu Männern aus gewesen. Auch die Behauptung, sie habe dem Angeklagten Teile ihres Schmuckes geschenkt, hielt die Tochter für „unvorstellbar“.

In Zeitungsannoncen hielten die Hinterbliebenen die Erinnerung an die Mutter und die Tat aufrecht. Erst nach mehr als 19 Jahren wurde die Polizei während eines anderen Strafverfahrens gegen den Angeklagten auf dessen DNA-Spuren aufmerksam.

Quelle: op-online.de

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