Teilzeit wird für Frauen zur Sackgasse

Offenbach - Kommt die Wende? Nach einem Vorstoß aus dem Bundeskabinett setzt sich auch die Landesregierung dafür ein, Frauen aus der sogenannten „Teilzeitfalle“ zu holen und ein Rückkehrrecht auf eine volle Stelle einzuführen.

Die Staatssekretärin im hessischen Sozialministerium, Petra Müller-Klepper, sagte vor dem heutigen Internationalen Weltfrauentag: „Insbesondere für viele Frauen wird die Teilzeitbeschäftigung zur Sackgasse. Sie reduzieren die Arbeitszeit, um Familienaufgaben mit dem Beruf vereinbaren zu können. Nach der Familienphase haben sie aber keinen Anspruch auf Wiederaufstockung, wenn sie wieder länger arbeiten wollen“, erklärte sie.

Während seit 13 Jahren ein Rechtsanspruch auf Teilzeit bestehe, gebe es bis jetzt kein verlässliches Rückkehrrecht in Vollzeit. Die CDU-Politikerin: „Die Teilzeitbeschäftigung hat langfristige Folgen. Sie wird - bezogen auf die Bruttostundenlöhne - im Schnitt um 19 Prozent schlechter vergütet als Vollzeitbeschäftigung. Durch Teilzeit verlieren Frauen nicht nur Lohn, auch Rentenansprüche sind später niedriger. Die Chancen auf Umsetzung eines Gesetzes im Bundestag in dieser Legislaturperiode stehen aber schlecht. Die FDP zieht nicht mit.

Frauen haben in Deutschland deutlich häufiger Teilzeitjobs als im EU-Durchschnitt. „Fast jede zweite erwerbstätige Frau in der Bundesrepublik arbeitete 2011 Teilzeit, im EU-Durchschnitt war es aber nur knapp jede Dritte“, so das Statistische Bundesamt. Noch mehr Teilzeitjobs haben nur die Frauen in den Niederlanden. Dort arbeitet nicht einmal jede Vierte ganztags. Als Hauptgrund für ihre Teilzeittätigkeit nannte in Deutschland mehr als jede zweite Frau die Betreuung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen.

(psh)

Quelle: op-online.de

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