Nach Terror in Paris

Hessen verschärft Sicherheitsmaßnahmen

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Polizisten patroullieren in Frankfurt durch eine Abflughalle des Flughafens.

Wiesbaden - Die Anschläge von Paris erschüttern auch Hessen. Politiker und Öffentlichkeit reagieren bestürzt, die Polizei erhöht ihre Wachsamkeit.

Der Terror von Paris führt auch in Hessen zu schärferen Sicherheitsmaßnahmen. Am Frankfurter Flughafen wurde nach Angaben des Innenministeriums die Polizeipräsenz erhöht, zudem vereinbarten die Ressortchefs der Länder eine sicherere Ausrüstung von Streifenpolizisten. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) wertete die Anschläge vom Freitagabend als "eine neue Dimension des Terrors". Zugleich rief er zur Besonnenheit auf. "Es muss niemand Angst haben in unserem Land", sagte Beuth heute dem Radiosender hr1. Konkrete Hinweise auf eine Bedrohung in Hessen gebe es nicht. Es sei wichtig, dass "wir nicht ängstlich durch das Land laufen, weil dann hätten die Terroristen ihr Ziel erreicht, und das wäre wirklich das Schlimmste".

Führende Landespolitiker und der Vorsitzende der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen, Ramazan Kuruyüz, verurteilten die Anschlagserie. "Wir sind tief erschüttert über die vielen Opfer, die durch diese schrecklichen Terroranschläge ums Leben gekommen oder verletzt worden sind", teilten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Beuth mit. Bei der blutigsten Terrorserie in Europa seit gut zehn Jahren waren am späten Freitagabend in Paris mindestens 129 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. "Die feigen Anschläge in Paris, die Morde und die vielen Verletzten lassen uns fassungslos zurück", erklärte SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel. Die hessische FDP begann ihren Landesparteitag in Oberursel mit einer Schweigeminute.

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"Der Terror ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit", urteilte der Vorsitzende der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen, Kuruyüz. Man müsse sich "gegen alle Extremisten in unseren eigenen Reihen entschieden einsetzen, welche das Leben und die Würde des Menschen verachten und unseren gesellschaftlichen Frieden zerstören wollen", forderte er. Zugleich rief er dazu auf, die Terroranschläge "nicht für Stimmungsmache gegen die Flüchtlinge zu missbrauchen". Vor dem Französischen Generalkonsulat in Frankfurt legten Menschen Blumen nieder und zündeten Kerzen an. In Darmstadt versammelten sich Trauernde zu einer Mahnwache auf dem zentralen Luisenplatz. Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, bat die Gemeinden, in den Gottesdiensten der Opfer zu gedenken. Zugleich mahnt er zur Besonnenheit. "Es wäre schlimm, wenn politische Kräfte jetzt in unserem Land daraus Kapital schlagen würden und beispielsweise Migranten plötzlich unter einen terroristischen Generalverdacht stellten", sagte Jung.

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Für den Frankfurter Flughafen kündigte ein Sprecher der Bundespolizei in Potsdam schärfere Kontrollen an. Die Flüge nach Paris stünden "unter besonderer Aufmerksamkeit", sagte er. In Zügen nach Frankreich patrouillierten Streifen. "Im gesamten Zuständigkeitsbereich der Direktion herrscht helle Wachsamkeit und Sensibilität", sagte ein Sprecher der Bundespolizeidirektion Koblenz. Auswirkungen auf den Flugverkehr von Deutschland nach Paris gab es zunächst keine. "Wir werden den Verkehr planmäßig fliegen können", sagte ein Lufthansa-Sprecher.

Der Frankfurter Konzertveranstalter Marek Lieberberg, der auch Deutschlandkonzerte der Band Eagles of Death Metal organisiert, deren Auftritt in Paris attackiert wurde, sieht die Sicherheitsbehörden gefordert. Sollte es Hinweise geben, dass ein Konzert gefährdet sei, müsse die Polizei für ausreichend Schutz sorgen, sagte Lieberberg: "Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass sich ein Ordner einem islamistischen Terroristen entgegenstellt, der mit einer feuernden Kalaschnikow auf ihn zurennt. Das ist doch verrückt." (dpa)

Quelle: op-online.de

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