„Starke Stücke“ auf den Bühnen der Region zu Gast

Theater ohne Barrieren

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Eine spielerische Entdeckungsreise in die Welt des Theaters erwartet Kinder ab vier Jahren im Stück „Herr Trautsich geht hinter den Vorhang und staunt“.

Frankfurt - Das internationale Theaterfestival „Starke Stücke“ bringt im März außergewöhnliche Produktionen für junges Publikum auf die Bühne. Auch im Kreis Offenbach sind die Künstler aus aller Welt zu Gast. Von Konstanze Löw

Dass Theater keine Altersbeschränkung, kulturellen Hintergründe oder Sprachbarrieren kennt, zeigt das in diesem Jahr zum 22. Mal stattfindende Kinder- und Jugendtheater-Festival „Starke Stücke“ in der Region. „Abole“, ein westafrikanisches Clownstheater mit Trommelmusik, erzählt für Kinder ab vier Jahren die Geschichte von zwei ungleichen Freunden, von Arm und Reich. Ganz ohne Worte stellt die Inszenierung existenzielle Fragen: Können wir in Frieden zusammen leben, wenn der eine alles hat und der andere nichts? Abole wird auch im Offenbacher Kinder-, Jugend- und Kulturzentrum Sandgasse gezeigt.

„Wir wollen alle Nationalitäten ansprechen“, erklärt die Leiterin des Theaterfestivals, Nadja Blickle. „In Zeiten, in denen auch das junge Publikum immer internationaler wird, sollen die Inszenierungen Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrem sprachlichen Hintergrund erreichen“, fügt Festivalleiter Detlef Köhler hinzu. 16 außergewöhnliche Theaterproduktionen werden in über 80 Vorstellungen in Bürgerhäusern, Stadthallen und Jugendzentren der Region auf die Bühne gebracht. Zudem ist das diesjährige Festival internationaler denn je. „Wir haben Produktionen aus acht Ländern im Programm. Mit Kanada, Kamerun und Israel schauen wir sogar über den europäischen Tellerrand hinaus“, verrät Blickle. Die Internationalität der Schauspieler zeigt sich auch in den unterschiedlichen Inszenierungen.

Ob Figuren-, Tanz-, Clownstheater oder Performancekunst: Verschiedene Darstellungsarten sollen das drei- bis fünfzehnjährige Publikum für Theater begeistern. Und genau darin bestehe die Herausforderung, erklärt Nadja Blickle. „Wir müssen neue Darstellungs-Formen entwickeln, die auch bei unserem jüngsten Publikum, den drei- und vierjährigen, funktionieren.“ Außergewöhnliche Produktionen, die ganz ohne gesprochene Worte und nur mit Tönen und Bildsprachen auskommen, sind deshalb im diesjährigen Programm keine Seltenheit.

Auch das Stück „Narrenmond“ ist eine dieser außergewöhnlichen Programmpunkte: Poetische Geschichten werden mithilfe von Papierfiguren und einigen einfachen englischen Begriffen für die jüngsten Theaterbesucher erzählt. Die Figurenspielerin Galia Levy-Grad aus Jerusalem wird die versunkenen Welten Osteuropas auch im Hanauer Olof-Palme-Haus und im Offenbacher Theateratelier Bleichstraße zum Leben erwecken.

Damit Kindergartengruppen und Schulklassen Theater auch als Akteure erleben können, werden zum Festival etwa 75 begleitende Projekte angeboten. „Die Kinder werden von ausgebildeten Theaterpädagogen betreut und vertiefen vor und nach dem besuchten Stück spielerisch die Erlebnisse“, erklärt Birkle. Aufgrund der Begleitprogramme habe sich schon in den vergangenen Jahren gezeigt, dass dadurch Theater für die Kleinen griffiger werde. „Nur so kann unser Ziel, junge Menschen unabhängig von ihrem kulturellen Hintergrund zu erreichen, gelingen.“

Quelle: op-online.de

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