Neuer Glanz für den Opernball

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Der frühere Musikmanager Thomas M. Stein verantwortet als künstlerischer Leiter den Opernball.

Frankfurt - Er war Chef des Musikriesen BMG und erlangte bundesweite Prominenz als einer der Juroren in den ersten beiden Staffeln des TV-Erfolgsformats „Deutschland sucht den Superstar“. Von Christian Riethmüller

Im Februar wird Thomas M. Stein 65 Jahre alt und könnte im Rückblick auf eine erfolgreiche Karriere das Dasein genießen. Doch stattdessen hat er sich eine kühne Herausforderung gesucht und will einer Frankfurter Institution zu neuem Glanz verhelfen. Als künstlerischer Leiter wird Thomas M. Stein den neuen Frankfurter Opernball verantworten, der künftig unter dem Namen „Mein Opernball“ firmiert. Die Namensänderung und die Neuausrichtung des gesellschaftlichen Ereignisses sind Folge der Insolvenz, die der frühere Ausrichter des Balls, die Opernball GmbH unter Manfred Pasenau, im November 2012 beantragen musste. Deshalb war der Opernball 2013 ausgefallen.

Mit Auftritten internationaler und nationaler Stars soll der auf den 22. Februar terminierte Ball in der Alten Oper an frühere Glanzzeiten anknüpfen, zugleich aber mit einem Programm für alle Generationen die Brücke zwischen Tradition und Moderne schlagen. So werden mit der Mezzosopranistin Grace Bumbry und dem Bassbariton Erwin Schrott zwei Opernstars erwartet, zu denen sich noch ein dritter Sangesstar gesellen wird, denn man auf Anhieb nicht mit Oper und Klassik in Verbindung bringen würde. Doch das hätte man auch in Bezug auf Rock- und Popmusik sagen können, bevor Heino sein Rock-Cover-Album „Mit freundlichen Grüßen“ aufnahm. Der Barde wird am Ballabend beide bisher wenig an ihm bekannten Seiten zeigen und sowohl Arien als auch Rocksongs interpretieren.

Da die Veranstalter die gesamte Alte Oper bespielen werden, gibt es selbstverständlich auch andere musikalische Angebote, wie Thomas M. Stein sagt. Im Mozartsaal etwa wird der Jazz-Sänger Marc Marshall seinen aus Baden-Baden bekannten „Mr. M’s Jazz Club“ mit etlichen Genre-Größen präsentieren, derweil im Mangelsdorff-Foyer DJs für moderne Club-Sounds sorgen. Im Großen Saal, wo auch das Menü an gesetzten Plätzen serviert wird, spielt nach dem etwa eineinhalbstündigen Showprogramm ein großes Orchester zum Tanz auf. Dort ist auch der große Auftritt von 40 Debütanten-Paaren, die unter der Regie von Thomas „Bäppi“ Bäppler-Wolf und in von Designerin Ameli Neureuther entworfenen Roben mit einer außergewöhnlichen Aktion den Ball eröffnen werden.

Durch den Abend führt der Jazz-Trompeter Till Brönner, der in seinen Moderationen auch seinen persönlichen Frankfurt-Bezug vorstellen und damit das Motto „Mein Opernball“ mit Leben erfüllen soll. Wie Stein sagt, sollen die Moderatoren bei künftigen Auflagen des Balls auch bestimmen können, welche Gäste sie für Bühne und Parkett mitbringen wollen. Er selbst sei „wie die Jungfrau zum Kind“ zur künstlerischen Ausrichtung des Opernballs gekommen, erzählt Stein. Nun will er, nicht zuletzt mit Unterstützung seines großen Netzwerks, die Veranstaltung wieder zu jenem glanzvollen Ereignis machen, das es war. Auch einen Benefiz soll es wieder geben. Der Erlös wird einem noch nicht näher benannten Frankfurter Kinderprojekt zugute kommen. Das hr-Fernsehen wird gleichfalls von dem Ball berichten, allerdings nicht live am Samstagabend, sondern am darauffolgenden Sonntag zur besten Sendezeit. Direkt übertragen wird der Ball allerdings auf Leinwänden auf dem Opernplatz. Der Vorverkauf für die Veranstaltung hat begonnen. Karten kosten zwischen 200 und 1800 Euro. Flanierkarten für Besucher unter 25 Jahren kosten ab 24 Uhr 50 Euro.

Quelle: op-online.de

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