Wo ist Thomas Wolf?

Frankfurt - (AP/dpa) Von 40 000 auf 100 000 Euro erhöht ist mittlerweile die Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung des Millionenerpressers Thomas Wolf führen. Die Frankfurter Polizei hat sich am Freitag mit neuen Ansatzpunkten für die Fahndung an die Öffentlichkeit gewandt.

Bisher sind bei der Sonderkommission „Wolf“ 120 Hinweise eingegangen, zu einer heißen Spur scheinen sie aber noch nicht geführt zu haben. Die Ermittler schließen nicht aus, dass der 56-jährige Verbrecher schon vor Monaten in Deutschland oder einem Nachbarland eine möblierte Wohnung oder ein Zimmer in einer unauffälligen Wohngegend gemietet hat. Wolf, einer der meistgesuchten Verbrecher Deutschlands, wird auch mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Wolf, der Anfang 2000 einen Freigang vom Gefängnis in Moers (Nordrhein-Westfalen) zur Flucht genutzt hatte, lebte neun Jahre unauffällig mit einer Lebensgefährtin im Frankfurter Westend; er gab sich als Niederländer David van Dijk aus. Seinen Lebensunterhalt bestritt er von der Beute eines Bankraubs in Hamburg, den er im April 2000 begangen hatte. Am Freitag, 27. März, entführte der 56-jährige Berufsverbrecher in Wiesbaden die Ehefrau eines Bankiers und erpresste 1,8 Millionen Euro Lösegeld.

Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden hat eine Belohnung von 5 000 Euro auf die Ergreifung Wolfs ausgesetzt. Von privater Seite kommen bis zu 95 000 Euro hinzu - auch für die Wiederbeschaffung des Geldes.

Seit dem 31. März führt die Soko „Wolf“ mit 80 Beamten die Ermittlungen. Am Freitag veröffentlichte sie ein Foto des Verbrechers mit grau-weißen Haaren und Nickelbrille. Mit dem Foto solle die Öffentlichkeit noch einmal auf den etwa 1,85 Meter großen und stattlichen Mann aufmerksam gemacht werden. Wolf, der verschiedene Namen benutzt und zeitweise eine Brille trägt, spricht hochdeutsch, gegebenenfalls mit rheinländischen Dialekt, aber auch Niederländisch und sehr gut Englisch. Die Ermittler suchen außerdem mit einem Foto nach der für den Abtransport des Lösegeldes benutzten schwarzen Reisetasche mit kurzen leuchtgrünen Schnüren zum Zuziehen der Reißverschlüsse und dem Logo „GATE1“. Zudem fahnden sie auch nach dem gemieteten Fluchtwagen, einen silbernen VW-Golf Variant mit dem amtlichen Kennzeichen HH-FU 7109.

Wolf hatte in der Nacht zum vergangenen Samstag um 23.55 Uhr von einer öffentlichen Telefonbox aus die Polizeistation in Oberursel angerufen, und zwar in der Adenauerallee vor Haus Nummer 21 in der Nähe des Tengelmann-Lebensmittelmarktes. Auch dazu sucht die Polizei Zeugen.

Sie ist rund um die Uhr unter 0800 / 110 3333 (gebührenfrei) erreichbar, aber auch jede andere Polizeidienststelle nimmt Hinweise entgegen.

Quelle: op-online.de

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