Trotz Problemen am Flughafen und im Verkehr kamen die Hessen gut zurecht

Tief „Daisy“ - gebändigt

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Wenn das mal keine Leistung ist: Der herabrieselnde Schnee - hier eine Aufnahme kurz nach Mitternacht am Samstag auf dem Römerberg - schaffte es sogar, die coole Bankenmetropole Frankfurt in ein romantisches Winternest zu verwandeln.

Frankfurt (dpa) ‐ Ganz Hessen ist eingeschneit. Die Schneefront von Tief „Daisy“ erreichte in der Nacht zum Samstag erwartungsgemäß den Süden und zog mit heftigem Schneefall und starkem Wind Richtung Norden. Autofahrer hatten vor allem wegen Schneeverwehungen Probleme. Am Flughafen in Frankfurt wurden allein am Samstag mehr als 200 Flüge gestrichen. Am gestrigen Sonntag kamen in der ersten Tageshälfte nach weiterem Schneefall 85 Ausfälle hinzu. Wie ein Flughafen-Sprecher berichtete, betraf dies 45 Landungen und 40 Starts. Obwohl alle drei Bahnen in Betrieb waren, habe es bei den Abflügen und Landungen Verspätungen von bis zu 45 Minuten gegeben.

Fraport hatte für Samstagnacht am Flughafen 400 Feldbetten aufgestellt. Davon seien rund 100 genutzt worden, berichtete der Sprecher. Etliche Fluggäste wurden von den Airlines zudem in Hotels untergebracht. „Das Chaos ist aber ausgeblieben“, sagte ein Sprecher.

Räum- und Streudienste waren im ganzen Land unterwegs. Spiegelglatte Fahrbahnen und eine geschlossene Schneedecke brachten am Samstagmorgen in weiten Teilen Hessens den Verkehr zum Erliegen. Der befürchtete Zusammenbruch des Verkehrs blieb aber aus, da viele Autofahrer die Wetterwarnungen ernst genommen hatten: „Die Leute fahren anständig oder bleiben zu Hause“, sagte ein Polizeisprecher. Es ereigneten sich zahlreiche Unfälle, es blieb aber meist bei Blechschäden. Lediglich auf der A 5 ging bei Friedberg zeitweise nichts mehr. Lastwagen und Autos blieben an einer Steigungsstrecke in Richtung Norden liegen. Die Autobahn wurde kurzzeitig voll gesperrt, damit gestreut werden konnte.

Das Umweltministerium rief zu besonderer Vorsicht bei Waldspaziergängen auf: Gefahr bestehe vor allem in Fichtenwäldern der Mittelgebirge. Dort könnten unter der Schneelast Äste abbrechen.

Keine Probleme hatte die Bahn. Sowohl die S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet als auch die Züge im Land fuhren nach Angaben eines Sprechers pünktlich. Lediglich im Fernverkehr aus Richtung Süden gab es leichte Verspätungen. Nicht ganz ungeschoren kam der Straßenbahnverkehr in Frankfurt davon. So riß an der Mörfelder Landstraße, Nähe Oberforsthaus, ein umgestürzter Baum am Samstag die Oberleitung ab, so daß der Fahrstrom für die Linie 14 abgeschaltet werden mußte. Auf dem unterbrochenen Abschnitt bis Neu-Isenburg Stadtgrenze setzte die Verkehrsgesellschaft Taxen ein. Das mußte sie von 8 Uhr 31 an bis 9 Uhr 21 auch zwischen den Haltestellen „Lokalbahnhof“ und „Offenbach Stadtgrenze“. Grund: An der Seehofstraße war ein Räumfahrzeug ins Hochgleis gerutscht. Die Linie 16 verkehrte deshalb nur zwischen Ginnheim und Lokalbahnhof.

Trotz teilweise idealer Wintersportbedingungen ist der große Andrang auf die Skipisten und Loipen im hessischen Bergland weitgehend ausgeblieben. Auf der Wasserkuppe in der Rhön und dem Feldberg im Taunus gab es am Samstag und Sonntag nach Polizeiangaben kein Parkplatz-Chaos. „Der Ansturm hält sich in Grenzen, die Leute bleiben nach den Warnungen der Vortage zu Hause“, sagte ein Sprecher der Polizei am Samstag in Königstein im Taunus.

Selbst der Parkplatz auf dem Plateau des 881 Meter hohen Feldbergs, den sonst Wintersportler aus dem nahen Rhein-Main-Gebiet schon in den frühen Morgenstunden belegen, wurde zunächst kaum angesteuert. Auch am Sonntag, dem letzten Ferientag in Hessen, blieb der Ansturm aus. „Das ist hier nicht mehr als sonst auch“, sagte ein Sprecher der Polizei in Königstein. Und ein Kollege in der Rhön berichtete: „Die Lage ist generell sehr entspannt.“

Nach „Daisy“ entspannt sich auch die Wetterlage - es bleibt aber knackig kalt. Nur heute ist noch häufiger mit Schneefall zu rechnen. Am Dienstag gibt es erste Auflockerungen, nur selten fallen Flocken. Am Mittwoch soll teilweise die Sonne zum Vorschein kommen.

Quelle: op-online.de

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