Tierischer Flugverkehr

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Viele Zugvögel kehren in ihre Brutgebiete zurück und überfliegen Hessen.

Frankfurt - Zehntausende Zugvögel kehren in diesen Tagen aus dem Süden zurück, andere verlassen ihre Winterquartiere hierzulande und fliegen in ihre Brutgebiete im Norden.

Große Schwärme von Kranichen überqueren Hessen seit Tagen in Richtung Nordosten. Sie sind auf dem Rückweg von Südeuropa. „Hessen ist Kranich-Transitland“, sagt Martin Hormann von der Staatlichen Vogelschutzwarte in Frankfurt. Kraniche fliegen in V-Formation, an der Spitze wechseln sich kräftige und erfahrene Tiere ab. Mit trompetenartigen Rufen verständigen sie sich untereinander.

Auch Störche, Rotmilane und kleinere Vögel wie Feldlerchen sind schon da. „In den nächsten Tagen erwarten wir Hausrotschwänze und Zilpzalpe“, sagte Hormann. Zwar werden die Nester noch nicht gebaut, aber die Männchen stecken schon mal mit Gesang ihre Brutreviere ab und locken die Weibchen. Amseln, Meisen oder Zaunkönige, die den Winter in Deutschland verbringen, singen schon seit geraumer Zeit.

Winter macht Greifvögeln Probleme

Einige Wintergäste aus dem Norden machen sich wieder auf dem Weg in ihre Brutgebiete. Schwarzgelbe, etwa spatzengroße Erlenzeisige hätten sich dafür gerade in Frankfurt gesammelt, sagte Hormann. Die Vögel gehören zur Finkenfamilie.

Der Winter habe vor allem Greifvögeln und Eisvögeln Probleme bereitet, sagt Hormann. Die farbenprächtigen Eisvögel sind auf offene Gewässer angewiesen, wo sie nach kleinen Fischen jagen. In diesem Winter waren die Gewässer lange zugefroren. „Es war schon der dritte harte Winter in Folge“, sagt Hormann. Sind die Bedingungen gut, können die Vögel die Verluste mit sogenannten Schachtelbruten ausgleichen - dann legen die Weibchen neue Eier, bevor die Jungen flügge sind.

Vogelbeobachtungen im „Birdnet“ der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz sind auf der Internetseite der HGON möglich.

Verhungert sind vermutlich etliche Mäusejäger wie Schleiereulen, Turmfalken oder Bussarde. Unter der dicken Schneedecke waren die Nager vor Angriffen von oben gut geschützt. Manche Greifvögel steigen dann auf andere Beute um - etwa auf kleine Vögel. Schleiereulen dagegen seien auf Mäuse spezialisiert, erläutert Hormann. Früher hätten sie noch auf Scheunen als Jagdgebiete ausweichen können, aber heute seien auch auf dem Land die Scheunen meist hermetisch verschlossen, außerdem liege dort kein Getreide mehr herum, das Mäuse anlocke.

Quelle: op-online.de

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