Tierschützer Paul Watson gegen Kaution frei

Frankfurt - Der in Frankfurt inhaftierte Tierschützer Paul Watson (61) kommt gegen Zahlung von 250.000 Euro frei. Der Walfanggegner und Haischützer war am Sonntag am Flughafen festgenommen worden.

Nach Leistung der Sicherheit, die Watson selbst angeboten habe, werde er auf freien Fuß gesetzt, er dürfe Deutschland jedoch bis zum Abschluss des Auslieferungsverfahrens nicht verlassen, teilte das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt heute mit. Watsons Anwalt, Oliver Wallasch, sagte, vermutlich werde es nicht gelingen, das Geld über das Wochenende an die Gerichtskasse zu zahlen, so dass sein Mandant weiter in Haft sitze.

Der als militanter Walfanggegner und Haischützer bekannte Watson war am vergangenen Sonntag am Frankfurter Flughafen aufgrund eines Haftbefehls aus Costa Rica festgenommen worden. Dem Chef der internationalen Tierschutzgruppe Sea Shepherd (Deutsch: Meeres-Hirte) wird Eingriff in den Schiffsverkehr vorgeworfen. Hintergrund ist ein Vorfall aus dem Jahr 2002 in guatemaltekischen Gewässern. Dabei soll Watson, der die kanadische und die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, die Crew eines Schiffes aus Costa Rica bedroht und mit einer Wasserkanone angegriffen haben.

Unterstützung durch Grünen-Politiker Volker Beck

Das OLG hatte heute die vorläufige Auslieferungshaft angeordnet, den Haftbefehl aber unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Den Haftbefehl begründete das Gericht damit, dass die Auslieferung Watsons nicht von vornherein unzulässig sei, vor allem weil die vorgeworfenen Taten auch nach deutschem Recht strafbar und noch nicht verjährt seien. Das letzte Wort über eine Auslieferung hat das Bundesjustizministerium.

Unterstützung bekommen die Tierschützer von den Grünen im Bundestag. „Es ist zu befürchten, dass Paul Watson in Costa Rica kein faires Verfahren erwartet", sagte Volker Beck, Sprecher für Menschenrechtspolitik und Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, laut Mitteilung am Mittwoch. Es sei zumindest nicht unwahrscheinlich, dass die strafrechtliche Verfolgung Watsons in Costa Rica nach so langer Zeit auch politisch motiviert sei. In diesem Fall sei eine Abschiebung unzulässig.

Nach der OLG-Entscheidung hat Costa Rica drei Monate Zeit, ein förmliches Auslieferungsersuchen mit den vollständigen Unterlagen zu stellen, die den Tatvorwurf belegen. Dann entscheidet das OLG über die förmliche Auslieferungshaft, in einem weiteren Beschluss über die Zulässigkeit der Auslieferung.

Quelle: op-online.de

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