Antibiotika und Schlafmittel verschrieben

Arzt vor Gericht: Tod nach Hirnhautentzündung

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Limburg - Ein Arzt muss sich seit heute vor Gericht verantworten: Dem 56-jährigen Mediziner wird fahrlässiger Tötung vorgeworfen. Er soll deutliche Anzeichen einer Hirnhautentzündung bei einer Frau ignoriert haben - mit schwerwiegenden Folgen.

Wegen fahrlässiger Tötung muss sich seit heute ein Arzt vor dem Landgericht Limburg verantworten. Dem Allgemeinmediziner wird vorgeworfen, eine junge Frau unzureichend behandelt zu haben, so dass sie starb. Er soll deutliche Anzeichen einer Hirnhautentzündung ignoriert haben und fälschlicherweise von einer Vereiterung der Stirnhöhlen ausgegangen sein.

Vor Gericht räumte der 56-jährige Mediziner ein, die Patientin trotz einer umfangreichen Untersuchung nur unzureichend auf die Merkmale einer Hirnhautentzündung hin begutachtet zu haben. Er äußerte sein Bedauern über den Tod der Frau und sagte: „Ich leide unter diesem Verfahren.“

Der Mediziner hatte die 20-Jährige im September 2010 wegen starker Kopfschmerzen und wegen Schwindels untersucht und mit Antibiotika und Schlafmittel nach Hause geschickt. Zwei Tage später starb die Frau in einer Wetzlarer Klinik. „Der Tod hätte bei ordnungsgemäßer Behandlung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verhindert werden können“, sagte Oberstaatsanwältin Angela Muth. Insgesamt sind für den Prozess fünf Verhandlungstage angesetzt.

dpa

Quelle: op-online.de

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