Tod durch Sexspiele: Zeugenaussagen im Mordprozess

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Dem Angeklagten Christian B. wird vorgeworfen, den Tod der Mühlheimerin Carola S. durch abnorme Sex-Praktiken herbeigeführt zu haben.

Darmstadt - Am zweiten Verhandlungstag im Revisionsprozess um den gewaltsam herbeigeführten Tod der Mühlheimerin Carola S. vermittelten 16 Zeugenaussagen einen umfassenden Einblick, wie es zu dem schrecklichen Geschehen am 24. April 2008 kommen konnte. Von Silke Gelhausen-Schüßler

Die 44-jährige hatte in dieser Nacht - durch eine hohe Dosis Ecstasy quasi außer Gefecht gesetzt - abnorme Sex-Praktiken über sich ergehen lassen und war an den dadurch herbeigeführten schweren Verletzungen gestorben. Der Angeklagte Christian B. aus Bruchsal wurde bereits am folgenden Tag festgenommen und im Hauptverfahren zu neun Jahren Haft verurteilt. Wegen lückenhafter und widersprüchlicher Beweisaufnahme hatte der Bundesgerichtshof dieses Urteil allerdings aufgehoben.

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„Für diesen Mann hätte sie alles gemacht!“ ist eine Arbeitskollegin überzeugt. „Sie war versessen darauf, diesen Mann zu bekommen, war total verliebt.“ stellte sie vor der 16. Strafkammer des Landgerichts Darmstadt fest. Sie war die erste am Tatort gewesen, nachdem die Tochter des Opfers sie zu Hilfe gerufen hatte. Dem Angeklagten, eine Internetbekannschaft, war die Beziehung offensichtlich nicht ganz so ernst. Zu diesem Zeitpunkt war er mit einer anderen Frau liiert, der er allerdings verheimlichte, noch Kontakt zur Mühlheimerin zu haben. Diese trat ebenfalls als Zeugin auf: „Ich habe ihn außerdem als manipulierend, unehrlich und berechnend erlebt.“ 

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Ganz anders beschrieb der 54-jährige Ex-Freund Carola S.: „Offen, einfühlsam und intelligent“ sei sie gewesen. Er räumte ein, das sie zwar auf außergewöhnliche Sexualpraktiken stand, jedoch von Drogen und Sex-Spielzeug nichts wissen wollte. Warum sie sich dennoch darauf einließ, mit ihrem „Traummann“ eine derart hohe Menge Drogen zu konsumieren wird wohl nie mehr geklärt werden können.

Quelle: op-online.de

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