Angeklagter: Notwehr

Zweiter Prozess um tödlichen Messerstich

Frankfurt - Wegen einer tödlichen Messerattacke steht ein 20-jähriger Mann seit Mittwoch zum zweiten Mal vor dem Landgericht Frankfurt. Der Mann hatte im Sommer 2011 auf einem Parkplatz in Frankfurt einen Kontrahenten mit einem Stich ins Herz getötet.

In einem ersten Verfahren wurde er zu sechs Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil jedoch aufgehoben und dabei an eine eventuelle Notwehrsituation erinnert, wie sie der Angeklagte stets beteuert hatte.

Der blieb auch am Mittwoch bei seiner Version, wonach er sich lediglich gewehrt hatte. In dem neuen Prozess geht es nun um die Frage, ob das zutraf. Bei dem Streit soll es um gegenseitige Geldforderungen gegangen sein.

Mit dem Messer auf dem Weg zu einem Grillfest

Eigentlich habe er an jenem Tag ein Grillfest in einem Gartengelände in der Nähe des Parkplatzes besuchen wollen, sagte der Angeklagte zu Beginn des neuen Prozesses. Deshalb habe er auch das Messer bei sich gehabt. Plötzlich sei er jedoch mit seinem Kontrahenten zusammengetroffen, der ihn mehrfach zu Boden geschlagen habe: „Ich habe mir nicht anders zu helfen gewusst, als nach dem Messer zu greifen." Das Opfer starb kurze Zeit später im Krankenhaus.

Der Prozessauftakt fand unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Beim ersten Prozess war es nach der Urteilsverkündung zu erheblichen Ausschreitungen im Gerichtssaal gekommen. Angehörige des Opfers, die mit dem Strafmaß nicht einverstanden waren, hatten versucht, sich auf den Angeklagten und dessen im Zuschauerraum versammelte Angehörige zu stürzen. Erst starke Polizeikräften gelang es, die Situation wieder zu beruhigen.

Was bedeutet eigentlich Sicherungsverwahrung?

Was bedeutet eigentlich Sicherungsverwahrung?

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare