Tödliche Polizeischüsse: Staatsanwaltschaft ermittelt

Frankfurt - Nach den tödlichen Polizeischüssen auf einen mit einem Samurai-Schwert bewaffneten Mann hat heute die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen.

Das Opfer sei durch einen Schuss in die Leber-Herz-Gegend gestorben, sagte Thomas Bechtel, Sprecher der Frankfurter Staatsanwaltschaft.

Zwei Polizisten hatten am Samstag auf den 38-Jährigen geschossen, nachdem dieser nach Darstellung der Beamten mit einem Samurai-Schwert auf sie zugestürmt war. Wie viele Schüsse abgegeben wurden, steht laut Bechtel noch nicht fest. Das Opfer hatte selbst die Polizei angerufen und angegeben, er habe in dem Wohnheim im Stadtteil Bonames eine Geisel genommen und werde diese erschießen. Wie das Landeskriminalamt (LKA) in Wiesbaden am Montag mitteilte, hatten die Beamten in dem Sozialzentrum versucht, den Mann zum Ablegen des Schwerts zu bewegen. Dieser habe aber darum gebeten, von der Polizei erschossen zu werden. Als die Beamten sich zurückgezogen hätten, um Verstärkung abzuwarten, sei er plötzlich mit dem Schwert auf sie losgestürmt.

Für eine Geiselnahme zu vier JahrenHaft verurteilt

Der 38-Jährige hatte im Jahr 2006 in Königstein im Taunus eine 69- jährige Nachbarin als Geisel genommen. Damals war er nach dem Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos von einem Polizisten in die Schulter geschossen worden. Im November 2007 wurde der Mann für die Geiselnahme zu vier Jahren Haft verurteilt. Im vergangenen Januar war er entlassen worden, nachdem er zwei Drittel seiner Strafe verbüßt hatte. Bereits Ende Januar dieses Jahres hatten Frankfurter Polizisten auf dem Hof eines Krankenhauses einen 28-Jährigen erschossen. Der Mann, der die Beamten mit einem Schälmesser angegriffen haben soll, wurde viermal getroffen. Die Staatsanwaltschaft nahm damals ebenfalls Ermittlungen wegen vorsätzlicher Tötung auf. Das Verfahren solle vermutlich in Kürze abgeschlossen werden, sagte Bechtel am Montag.

dpa

Quelle: op-online.de

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