Nach Schießerei in Frankfurt

Mutmaßlicher Täter stellt sich der Polizei

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Die Spurensicherung der Polizei am Einsatzort. Mehr Bilder in der Galerie.

Frankfurt - Bei einer Schießerei in Nieder-Eschbach wird ein Mann getötet, es gibt zudem zwei Schwerverletzte. Der Täter, ein mutmaßlicher Drogendealer, hat sich nun der Polizei gestellt.

Der mutmaßliche Täter, der gestern Nachmittag in einer Parkanlage einen Mann per Kopfschuss getötet und zwei Männer schwer verletzt hatte, hat sich der Polizei gestellt. Dies bestätigte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft heute. Die Schüsse fielen direkt neben einem Kinderspielplatz im Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach. Bei einem Streit soll es zuvor um Drogengeschäfte gegangen sein. Der Frankfurter sei der Polizei wegen Waffen- und Drogendelikten sowie Raub und Körperverletzung „bestens bekannt“. Eines der Opfer soll ein Mitglied der Rockergruppe „Gremium“ aus Fulda sein, bestätigten Ermittler einen Bericht des Radiosenders hr-info.

Der 27-jährige Täter, der zunächst auf einem Fahrrad geflüchtet war, sei mit einem Rechtsanwalt Stunden nach der Tat bei der Polizei aufgetaucht, heißt es in einem Bericht der Polizei. Die Beamten suchten gestern unter anderem mit einem Hubschrauber nach ihm. Auch ein Spezialeinsatzkommando war im Einsatz. Die zwei weiteren Opfer im Alter von 33 und 29 Jahren sind außer Lebensgefahr. Sie wurden bei der Schießerei schwer verletzt. Die mutmaßliche Tatwaffe hat die Polizei im Rahmen der Tatortabsuche bereits gefunden und sichergestellt. Zum Motiv und Hintergründen können die Einsatzkräfte derzeit keine Angaben machen. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Die Anlage am Ben-Gurion-Ring gilt als einer der Drogenumschlagsplätze in Frankfurt. In der Nähe des Tatorts versammelten sich schnell Hunderte Schaulustige, was die Suche nach Zeugen nach Polizeiangaben zunächst erschwert hatte.

Sozialer Brennpunkt

Die Hochhaussiedlung war in den vergangenen Jahren wegen Drogen und gewaltsamen Auseinandersetzungen immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Auch zwei 2008 als „U-Bahn-Schläger“ bekannt gewordene Männer kamen aus der Siedlung. Der Fall hatte damals im Landtagswahlkampf für Aufsehen gesorgt, in dem der frühere Ministerpräsident Roland Koch (CDU) für ein härteres Vorgehen gegen kriminelle Jugendliche eingetreten war.

Erst im Januar kamen drei Menschen bei blutigen Attacken ums Leben: Am Gerichtsgebäude griff ein 47-Jähriger zwei Männer an und tötete sie. Ein paar Tage zuvor war ein Mann tot im Eingang eines Hauses in Sachsenhausen gefunden worden, er wurde mit Kopfschüssen getötet, von den Täter fehlt bis heute jede Spur.

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(dr/dpa)

Quelle: op-online.de

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