Nach tödlichen Schüssen

600 Menschen bei Rocker-Beerdigung in Frankfurt

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Die Hälfte der Trauerenden waren Rocker der MC Gremium.

Frankfurt - Ein Rocker der MC Gremium Fulda wird kurz vor seinem 30. Geburtstag regelrecht hingerichtet. Ein 27-Jähriger stellt sich kurz darauf der Polizei. Das Motiv für die Bluttat ist jedoch weiter unklar. Zur Beisetzung kommen hunderte Mitglieder des Rockerclubs aus ganz Deutschland.

Rund 600 Menschen sind am Mittwoch zur Beerdigung des in einer Frankfurter Hochhaussiedlung erschossenen Rockers auf den Hauptfriedhof gekommen. Etwa die Hälfte von ihnen waren Rocker der MC Gremium aus ganz Deutschland, wie die Polizei berichtete. Sie trugen die in der Szene üblichen Kutten. Außerdem nahmen an der Trauerfeier etwa 200 bis 300 Freude, Bekannte und Familienangehörige des Mannes teil. Der 29-Jährige war Mitglied der MC Gremium Fulda. Nach der Trauerfeier wurde der Sarg beigesetzt. Zu Zwischenfällen kam es nicht.

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Das Motiv für die tödlichen Schüsse am Mittwoch vor einer Woche war unterdessen weiter unklar. Die Staatsanwaltschaft will sich erst nach Abschluss der Ermittlungen äußern. Ein 27-Jähriger hatte sich wenige Stunden nach der Tat im Beisein seines Anwalts bei der Polizei gestellt und diese auch zur Tatwaffe geführt. Zur Tat selbst sagte er zunächst aber nichts. Ob die beiden bei der Schießerei verletzten anderen Opfer - zwei Männer im Alter von 29 und 33 Jahren - sich zur Tat geäußert haben, wollte die Staatsanwaltschaft nicht sagen. Die Ermittler seien derzeit dabei, Zeugen zum Hergang zu vernehmen, darunter auch die Verletzten. Täter und Opfer - beide vorbestraft - sollen sich nach Ermittlerangaben schon viele Jahre gekannt haben.

Der Täter hatte sein Opfer regelrecht hingerichtet. 14 Projektile steckten nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Körper, die Leiche wies insgesamt 35 Schussverletzungen auf. Außerdem soll er noch auf den Kopf des am Boden liegenden Mann getreten oder geschlagen haben. Der 27-Jährige war zuletzt 2011 wegen Raubes und Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, die Bewährung wäre in diesem Jahr ausgelaufen.

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dpa

Quelle: op-online.de

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