U60311-Prozess

Club-Gast totgeprügelt - Urteil für Türsteher steht

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Für die beiden Hauptangeklagten verlangten die Anklagevertreter Strafen von 13,5 und 11,5 Jahren - das Urteil fiel geringer aus.

Frankfurt (baw) - Nach den tödlichen Schlägen und Tritten auf einen Besucher des Frankfurter Clubs U60311 sind die drei Türsteher heute verurteilt worden. Der gewaltsame Tod des 31-jährigen Club-Gastes sorgte 2011 über die Stadtgrenze hinaus für Betroffenheit.

Die Türsteher des Clubs U60311 am Frankfurter Roßmarkt im Alter zwischen 20 und 36 Jahren sind heute vom Landgericht Frankfurt verurteilt worden, weil sie einen Disco-Besucher mit Tritten und Schlägen tödlich verletzt hatten. Die beiden Hauptangeklagten im Alter von 36 und 30 Jahren müssen zehneinhalb und neun Jahren wegen Totschlags ins Gefängnis. Ein 20 Jahre alter Disco-Angestellter erhielt vor dem Landgericht aus dem gleichen Grund eine Jugendstrafe von fünf Jahren. Ein 34 Jahre alter Türsteher wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. 

Bilder aus der Verhandlung

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Der 31 Jahre alte Club-Besucher war in der Nacht zum Ostermontag 2011 (25. April) im Nachtclub U60311 am Frankfurter Roßmarkt totgetreten und -geschlagen worden. Er hatte gemeinsam mit Bekannten den Techno-Club besucht und war in den Morgenstunden mit einem der Türsteher in Streit geraten.

Die Aussagen mehrerer Zeugen hätten ergeben, dass die 36 und 30 Jahre alten Hauptangeklagten verantwortlich für die Tritte und Schläge und damit für den Tod des Gastes gewesen seien, sagte der Vorsitzender Richter Ulrich Erlbruch. „Sie nahmen seinen Tod zumindest billigend in Kauf.“ Auch der jüngste der Angeklagten, ein Angestellter des Tanzlokals, trage Mitverantwortung für den Tod des Opfers. Er habe mehrfach hilfswillige Gäste zurückgedrängt.

Bei aller Grausamkeit gebe es weitaus schlimmere Fälle

Mit dem Strafmaß blieb das Gericht hinter den Anträgen der Staatsanwaltschaft zurück, die als höchste Strafe dreizehneinhalb Jahre gefordert hatte. Es gebe bei aller Grausamkeit noch weitaus schlimmere Fälle des Totschlags als diesen, sagte Erlbruch. Deshalb seien zehneinhalb beziehungsweise neun Jahre angemessen. Die Höchststrafe für Totschlag beträgt fünfzehn Jahre.

Das Urteil war bereits für heute morgen erwartet worden. Doch es hatte am Vormittag noch einmal eine Verzögerung gegeben, nachdem einer der Verteidiger erneut den Antrag gestellt hatte, eine Ortsbesichtigung der Diskothek vorzunehmen. Der Antrag wurde jedoch vom Gericht zurückgewiesen. Der Prozess hatte Ende März dieses Jahres begonnen.

dpa

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Quelle: op-online.de

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