Totschlag: Urteil zu Eifersuchtsdrama

Marburg - Eine 27-jährige Studentin ersticht in Marburg die 29-jährige Lebensgefährtin ihres ehemaligen Liebhabers. Nun muss sie in Haft. Aber nicht wegen Mordes.

Weil sie die neue Lebensgefährtin ihres Ex-Freundes mit mehr als 30 Messerstichen getötet hat, muss eine Studentin für acht Jahre ins Gefängnis. Das Marburger Landgericht verurteilte die 27-Jährige heute wegen Totschlags im Affekt. Die Angeklagte hatte ihr 29 Jahre altes Opfer am 26. März vor der gemeinsamen Wohnung des Paares niedergestochen. Nachdem der Hausmeister die Angreiferin entwaffnet hatte, zog sie ein zweites Messer und stach weiter auf die Rivalin ein. Das Opfer starb wenig später im Krankenhaus.

Nach der Tat versuchte die Angeklagte, sich das Leben zu nehmen. Sie sitzt ist seit der Tat in Untersuchungshaft. Sie hatte ihren Ex seit dessen neuer Beziehung mit E-Mails und Kurznachrichten bombardiert. Freunden gegenüber hatte sie immer wieder geäußert, sie wolle den Mann zurück, das Opfer habe ihn ihr gestohlen. Offen blieb vor Gericht, ob der 25-jährige Exfreund neben seiner neuen Beziehung weiterhin sexuelle Kontakte zur Angeklagten unterhielt. Jedenfalls sei von dem Mann kein eindeutiger Schlussstrich gezogen worden, betonte der Staatsanwalt. "Er hat sich eine Hintertür offen gehalten."

Der Staatsanwalt forderte acht Jahre und drei Monate Haft für die Angeklagte. Der Verteidiger plädierte auf sechs Jahre und ging von einer Verzweiflungstat aus. Die Anwältin der Eltern des Opfers plädierte auf Mord. Die Angeklagte habe die Tat geplant: Sie habe einen Brief bei sich gehabt, der ihre Tat erklären sollte. In ihren Schlusswort sprach die Angeklagte von Reue. "Das glaube ich Ihnen nicht", erwiderte die Mutter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(dpa)

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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