Lange Haftstrafe für 44 Messerstiche

Frankfurt -  Er tötete seine Ex-Freundin mit 44 Messerstichen, nun hat das Landgericht einen Barkeeper zu 13 Jahren Haft verurteilt. Verurteilt wurde der Mann allerdings nicht wegen Mordes, sondern nur wegen Totschlags.

Ein Barkeeper tötete seine Ex-Freundin mit 44 Messerstichen, weil er mit der Trennung nicht klarkam - nun hat das Landgericht Frankfurt ihn zu 13 Jahren Haft verurteilt. Die Richter sprachen den 34-Jährigen am Donnerstag des Totschlags und nicht - wie von der Staatsanwaltschaft gefordert - des Mordes schuldig.

Er hatte eingeräumt, die 33-Jährige im Dezember 2010 im Keller von deren Wohnhaus in Bad Homburg getötet zu haben. Die Frau hatte sich kurz zuvor von dem Mann getrennt. „Trotz dieser unfassbaren Tat hatte das Gericht rechtliche Abstufungen vorzunehmen“, erklärte die Vorsitzende Richterin Bärbel Stock mit Blick auf die im Gerichtssaal anwesenden Angehörigen der getöteten Frau. Weil die Frau schon länger Angst vor dem Angeklagten gehabt habe, sei sie nicht arg- und wehrlos gewesen. Deshalb habe der Mann nicht wegen Mordes verurteilt werden können.

Die wenige Monate vor der Bluttat begonnene Beziehung hatte nach Darstellung der Richterin schon bald am unsteten Lebenswandel des Mannes sowie an dessen unkontrolliertem Jähzorn und seiner Eifersucht gelitten. Mit zahllosen E-Mails und SMS-Nachrichten sowie nächtlichen Anrufen habe er die abtrünnige Geliebte zunächst „seelisch und dann mit den 44 Messerstichen auch körperlich kaputt gemacht“, sagte sie. „Er machte mit seinem egomanen Verhalten der Frau das Leben zu einem Alptraum“.

Vor diesem Hintergrund sei eine Strafe „im oberen Bereich“ zu verhängen gewesen. Im Strafmaß lag die Schwurgerichtskammer über dem Antrag der Verteidigung, die auf zehn Jahre Haft plädiert hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft gefordert.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare