Training „unter Feuer“

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Kaum vorstellbar: Das Innere des Übungscontainers „Fire House“ verwandelt sich auf Knopfdruck in eine Flammenhölle.

Rödermark ‐ Rund 350 Feuerwehrfrauen und –männer aus 31 Freiwilligen-Wehren im Kreis Offenbach haben während der vergangenen Woche in einer mobilen Brandsimulationsanlage geübt.Von Christine Ziesecke

Sie machte für den Bereich des Kreises Offenbach in der Ober-Röder Stützpunktfeuerwache Station. Ausgestattet mit Brandschutzbekleidung und Atemschutzgeräten, führten jeweils Zweiertrupps täglich von 12 bis 22 Uhr ein praxisbezogenes Training mit offenem Feuer durch, das sonst bei Übungen in geschlossenen Räumen kaum möglich ist.

Die „Fire House“ genannte Brandsimulationsanlage besteht aus drei Brandräumen mit sechs Brandstellen, die unterschiedliche Szenarien ermöglichen. Unter Temperaturen von durchschnittlich 330 Grad, in den Spitzen bis zu 500 Grad, übten die Trupps jeweils 20 Minuten lang mit verschiedenen Strahlrohrtechniken. Simuliert wurden Werkstattbrände in Lagerregalen, Gefahrensituationen bei Gasflaschen oder Kellerbrände. Dazu kam das Training verschiedener Gangarten unter unterschiedlichen „Befeuerungen“ oder auch Techniken zum Öffnen von Türen.

Sehr gute Lerneffekte von den Wehren bescheinigt

Der Übungscontainer „Fire House“.

Beobachtet und bewertet wurden die Übungseinheiten aus dem Bedienstand der Anlage, von wo aus auch mit den Trupps Kontakt aufgenommen werden konnte. Befeuert wird das mit der neuesten Technik ausgerüstete „Fire House“, in dem auch Rauchgasentzündungen simuliert werden können, aus Sicherheitsgründen mit Gas. Für die Kosten der Ausbildung - rund 2000 Euro pro Tag - kommt das Land Hessen auf, das die Anlage für alle Wehren in Bundesland zur Verfügung stellt und damit die Kommunen entlastet. „Bei der Ausbildung sollte Geld keine Rolle spielen“, stellte Kreisausbilder Thorsten Ott fest. Aus Sicht des Kreises sei es eine gute Schulung; viele Rückmeldungen von den Wehren bescheinigten sehr gute Lerneffekte.

Den Einsatzabteilungen der 31 Freiwilligen-Wehren im Kreis Offenbach gehören 1600 Feuerwehrfrauen und –männer an. Sie werden im Jahr zu 4000 bis 5000 Einsätzen gerufen, von Brandbekämpfung über technische Hilfeleistung bis zu Umweltschutzeinsätzen. Zu den aktiven Wehrleuten kommen 10 000 fördernde Mitglieder in den Feuerwehrvereinen.

Eingekleidet und begleitet wurden die Trainierenden von einem der 15 Kreisausbilder, die an der Landesfeuerwehrschule Kassel eigens dafür ausgebildet wurden und im Kreisgebiet für den Bereich Atemschutz zuständig sind. Nach der kraftraubenden und schweißtreibenden Übung gilt es als erstes, die Schutzkleidung abzulegen, sich zu regenerieren und viel zu trinken. Dann folgt die Analyse des Übungseinsatzes.

Quelle: op-online.de

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