Trainingsstart für die Region

Frankfurt - Während bisher Krebspatienten nur fallweise mit Sportangeboten versorgt wurden, bietet seit Anfang dieser Woche die Goethe-Universität in Kooperation mit der Wiesbadener Stiftung „Leben mit Krebs“ ein neues, regelmäßiges Bewegungstherapie-Angebot für Krebspatienten im gesamten Rhein-Main-Gebiet an.

Bei dem zunächst auf drei Jahre terminierten Projekt „Sport und Krebs“ erhalten, so der Leiter der Abteilung Sportmedizin der Goethe-Universität und Projektverantwortliche, Prof. Winfried Banzer, die Kranken ein von Sporttherapeuten betreutes Angebot von rund 90 Minuten pro Woche. Die bis zu 600 Patienten, an die sich die Offerte richtet, müssen keine Mindestvoraussetzungen hinsichtlich Fitness, Geschicklichkeit oder Kraft erfüllen, sie sollten aber ohne fremde Hilfe rund eine Stunde laufen können. Angesprochen sind Patienten mit allen Tumorarten. Die Kosten trägt die Stiftung „Leben mit Krebs“ bzw. deren Hauptsponsor, die „Else-Kröner-Fresenius-Stiftung“ aus Bad Homburg. Pro Patient können laut Prof. Dr. Elke Jäger, der Leiterin der onkologischen Klinik des Nordwestkrankenhauses und Stiftungsvertreterin, während der Betreuung Kosten von rund 1200 Euro anfallen.

Nähere Informationen erhalten Sie am Institut für Sportwissenschaften Abteilung Sportmedizin der Goethe-Universität Frankfurt, Ginnheimer Landstraße 39, 60487 Frankfurt, Tel. 069-798-24583. www.stiftung-leben-mit-krebs.de

Als Disziplinen sind Bewegungsspiele sowie Gymnastik- und Gleichgewichtsübungen vorgesehen. Auch ein Nordic-Walking-Kurs ist geplant. Im Grunde sei alles möglich, was Spaß mache, heißt es. Zum Start des Projekts bedauerte Jäger, dass unter Ärzten und Patienten beim Thema Sport und Krebs bisher Ratlosigkeit und Vorbehalte dominierten. Unter anderem befürchte man eine Überforderung der Patienten und negative Auswirkungen auf die Chemotherapie. Vielfach sei die Möglichkeit, bei dieser schweren Erkrankung Sport als Ausgleich zu betreiben, gänzlich unbekannt. Laut Jäger vermeidet fachliche Betreuung eine Überforderung. Zudem werde auf einem niedrigen Reizlevel trainiert. „Trotzdem ist ein enormer Zuwachs an Kondition die Regel“, berichtete sie. Einen Motivationstrick nannte die Krebsmedizinerin die Fitness-Tests. Die Erfolge wirkten auf die Patienten derart beflügelnd, dass Überzeugungsarbeit bald überflüssig werde. Die Sportkurse finden montags von 15 bis 17 Uhr statt, Treffpunkt ist der Haupteingang der Sportuni Halle 3.

Quelle: op-online.de

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