Neujahrsempfang der Stadt Frankfurt

Der Traum vom „Harvard am Main“

Frankfurt - Reichlich Platz hier. Wer am Donnerstagabend in gewohnter Manier den Kaisersaal im Römer zum Neujahrsempfang der Stadt Frankfurt ansteuerte, durfte sich eines üppigen Angebots an freien Stühlen erfreuen. Von Christian Riethmüller 

Das übliche Gedränge zu dieser Veranstaltung war nämlich etwa 50 Meter Luftlinie weiter nördlich zu erdulden. Die Stadt hatte zusätzlich die Paulskirche zum Veranstaltungsort erklärt, um die große Zahl der Gäste – von 1500 war die Rede – zu den Ansprachen zu platzieren.

Der geschichtsträchtige Ort war dabei bewusst gewählt, ging es in den Reden doch vor allem um eines der bedeutsamsten Ereignisse in der Frankfurter Stadtgeschichte des vergangenen Jahrhunderts. Im Oktober jährt sich die Eröffnung der Frankfurter Universität zum hundertsten Mal und dieses Jubiläum nahmen sowohl Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) als auch Gastredner Werner Müller-Esterl, Präsident der Goethe-Universität, zum Anlass, große Ziele für die Hochschule auszurufen.

Feldmann nutzte die Gelegenheit, um seine Leib- und Magenthemen Wohnungsbau und Internationalität mit dem Umzug und der Positionierung der Hochschule zu verknüpfen. Er plädierte für einen noch engeren Zusammenschluss von Stadt und Uni, die ja aus der Frankfurter Bürgerschaft heraus gegründet worden und so sehr „Kind ihrer Stadt wie keine andere Hochschule“ sei.

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Müller-Esterl nahm diese Vorlage gern auf. „Mein Wunsch ist, dass auch fortan zwischen Stadt und Universität kein Blatt mehr passt! Denn ohne die Stadt gäbe es uns gar nicht“, sagte der Präsident, der einen Wunsch für die nächsten hundert Jahre ausgab: „Unser Ziel ist es, ein Harvard am Main zu werden.“ Um mit der amerikanischen Elite-Uni mithalten zu können, bedarf es allerdings immenser finanzieller Mittel. Stifter sind daher – wie bei der Gründung der Goethe-Universität vor hundert Jahren, stets willkommen.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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