Zahlreiche Trickbetrüger unterwegs

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Es gelingt Ganoven immer wieder, zumeist ältere Menschen hereinzulegen.

Offenbach/Langen/Heusenstamm (ale) - Immer wieder warnt die Polizei vor Betrügern, die mit den verschiedensten Tricks ihren Opfern das Geld abluchsen wollen.

Und trotzdem gelingt es Ganoven immer wieder, zumeist ältere Menschen hereinzulegen - mit einem wahren Potpourri an Maschen traten in den vergangenen Tagen Gauner in gleich sechs Fällen in Stadt und Kreis Offenbach in Erscheinung.

Am Dienstag zeigte eine besorgte Tochter auf der Polizeiwache in Langen an, dass ihre 85 Jahre alte Mutter tags zuvor einen Anruf erhielt. Ein Mann meldete sich gegen 11.20 Uhr am Telefon und ließ raten, wer dran sei. So erweckte er den Eindruck, er sei ein Verwandter. Im Laufe des Gesprächs gab er an, dass er Finanznöte habe und Geld brauche. Als die 85-Jährige nun ihren im Haus wohnenden Schwiegersohn ans Telefon holte, legte der Anrufer auf. Am gleichen Vormittag erhielt eine 90-Jährige, ebenfalls aus Langen, den Anruf einer jungen Frau, die vorgaukelte, eine Nichte zu sein und dringend Geld zu benötigen. Als sie auch noch nach den Kontodaten gefragt wurde, legte die Seniorin auf.

Und am Dienstag versuchte erneut eine junge Frau, mit dem so genannten „Enkeltrick“ zum Zuge zu kommen: Die Unbekannte rief eine 69-jährige Langenerin gegen 11.30 Uhr an, gab sich als Bekannte aus und beklagte Geldnot. Durch geschicktes Befragen erkannte die Rentnerin jedoch, dass hier eine Betrügerin am „Rohr“ war und legte auf.

Portemonnaie aus Handtasche geklaut

In Heusenstamm stibitzte ein Pärchen einer 82-Jährigen die Geldbörse. Die beiden passten die heimkehrende ältere Dame in Hausflur in der Hegelstraße ab und fragten, ob eine Wohnung in dem Mehrfamilienhaus frei sei. Zusammen fuhren sie mit dem Aufzug nach oben, gingen mit bis zur Haustür und baten um Zettel und Stift. Während die Seniorin die Schreibutensilien holte, klauten die Ganoven das Portemonnaie, das sich in der am Rollator hängenden Handtasche befand und verließen das Haus, ehe die Bestohlene den Verlust bemerkte.

Bei den Tätern soll es sich um einen etwa 22-jährigen Mann, südländische Erscheinung, schlank, um die 1,65 Meter groß, mit kurzen, gelockten Haaren und eine etwa 20 Jahre alte und schlanke Deutsche mit schulterlangen glatten blonden Haaren handeln.

In allen sechs Fällen ermittelt die Kriminalpolizei und bittet um weitere Hinweise zu den Tätern unter der Rufnummer 069/8098-1234.

Ähnlich ging ein Pärchen vor, das am Dienstagabend einer 82-jährigen Offenbacherin die Geldbörse stahl. Die beiden sprachen die Seniorin gegen 21 Uhr am Eingang zu einem Altenwohnheim in der Arthur-Zitscher-Straße an. Während die Frau nach dem Weg fragte, zog der Mann mit schnellen Fingern und zunächst unbemerkt das Portemonnaie aus einer Tasche am Rollator. Von der Täterin ist bekannt, dass sie einen grauen Minirock und ein dunkelgraues Top trug, ihr Komplize habe mit osteuropäischem Akzent gesprochen.

Rentnerin merkt erst abends, dass Schmuck fehlt

Noch eine Nummer dreister trieb es ein Pärchen, das am Dienstag bei einer 85-Jährigen in der Offenbacher Franz-List-Straße vorsprach. Das Duo klingelte um 10 Uhr bei der Seniorin und gab vor, im Auftrag der Stadt Offenbach zu kommen. Man müsse dringend den Wasserdruck kontrollieren.

Schon hatten die beiden Zutritt zur Wohnung, wo sie arbeitsteilig vorgingen. Während die um die 50 Jahre alte Frau die Seniorin ablenkte, ging der etwa gleichaltrige Mann durch die Wohnung und stahl die Schmuckstücke der Rentnerin - was diese aber erst am Abend bemerkte. Da waren die Gauner aber schon über alle Berge.

Die Trickdiebin soll schlank und etwa 1,60 Meter groß gewesen sein. Sie hatte schulterlange mittelblonde Haare, trug einen hellen Rock und wurde als „Sabine“ angesprochen. Der dicke Mittäter, bei dem es sich um einen schwarzhaarigen Deutschen gehandelt haben soll, war nur etwa 1,55 Meter klein. Er trug eine dunkelblaue Hose, ein dunkles Hemd und eine dunkelblaue Weste.

Quelle: op-online.de

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