Trotz Trunkenheitsfahrt Freispruch

Frankfurt - Trotz einer nachgewiesenen Trunkenheitsfahrt mit rund einem Promille Alkohol im Blut ist ein 55 Jahre alter Gärtnermeister heute vom Landgericht Frankfurt freigesprochen worden.

Der Angeklagte war nach dem Besuch einer Beerdigung mit anschließendem Leichenschmaus in einen Verkehrsunfall verwickelt worden. Die Polizei nahm ihn auf die Wache mit und veranlasste eine Blutentnahme, ohne jedoch zuvor das Amtsgericht eingeschaltet und um entsprechende Anordnung gebeten zu haben. Das Landgericht sah hierin einen „schwerwiegenden Verstoß“, der zu einem „Verwertungsverbot“ des Promillewertes und damit zum Freispruch führen müsse.

Die Untersuchung des Mannes habe am Nachmittag stattgefunden - man hätte deshalb ohne Probleme Kontakt mit dem Richter aufnehmen können, sagte der Gerichtsvorsitzende. Blutentnahmen ohne vorherige Zustimmung dürften nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts nur bei „Gefahr im Verzug“ - etwa nachts oder sonntags - entnommen werden. Auch das Amtsgericht hatte den Trunkenheitsfahrer in erster Instanz freigesprochen.

dpa

Quelle: op-online.de

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