Totschlag im Club: Stadt erwägt Schließung

Frankfurt - Nach der tödlichen Prügelei in einer Frankfurter Diskothek erwägt die Stadt, das Lokal schließen zu lassen. Vermutlich an den Verletzungen durch die Schläge der Türsteher  ist ein Gast gestern gestorben.

Sicherheitsdezernent Volker Stein (FDP) sagte der „FAZ“, die Zuverlässigkeit des Betreibers sei nicht mehr gegeben. „Wir prüfen in der gesamten Breite der Möglichkeiten, ob Sanktionen ausgesprochen werden können“, zitiert ihn das Blatt. Zudem wolle die Stadt herausfinden, ob der Betreiber gegen das bestehende Feiertags-Tanzverbot verstoßen habe.

Die drei Türsteher sitzen laut Polizeiangaben in Untersuchungshaft. Dem Bericht zufolge sollen sie am Ostermontag in dem Club einen 31 Jahre alten Mann zu Tode prügelten. Sie seien keine Leiharbeiter, sondern Angestellte der Betreibergesellschaft gewesen sein.

Gegen die 29, 32 und 35 Jahre alten Männer soll wegen Totschlags ermittelt werden. Ein vierter Mann wurde am Dienstag wieder von der Polizei freigelassen. Gegen den 20-Jährigen wird aber weiter wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt.

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„An dem Abend wurde ein Handschuh mit Quarzsand sichergestellt“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Diese Handschuhe sollen die Wucht bei Faustschlägen erhöhen. Der Ablauf der Schlägerei sei noch unklar. Nach der Befragung von zehn Zeugen geht die Ermittlungsbehörde aber nicht davon aus, dass das Opfer einen Streit provoziert hat.

Er sei ohne ersichtlichen Grund an der Theke von einem der Türsteher gepackt worden. Mit Schlägen und Tritten wurde der 31-Jährige im Lokal bewusstlos geprügelt und anschließend vor die Tür geschleppt. Die Freundin des Mannes fand den Verletzten und holte Hilfe. Die Betreiber des U60311 lehnten am Donnerstag eine Stellungnahme ab.

Der vor allem bei Techno-Fans beliebte Tanztempel in einer ehemaligen Unterführung ist in der Vergangenheit immer wieder polizeilich aufgefallen.

dpa

Quelle: op-online.de

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