400 Asylsuchende kommen aktuell täglich nach Hessen

Turn- und Sporthallen: Notunterkünfte werden aufgelöst

Offenbach - Die Kommunen in Hessen müssen nicht länger Turn- und Sporthallen für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stellen. Alle Notunterkünfte im Land sollen bis Ende Februar aufgelöst und in feste Einrichtungen in Verantwortung des Landes überführt werden. Von unseren Redaktionen

Damit ist auch die geplante Notunterkunft für 1000 Flüchtlinge in Eppertshausen vom Tisch. Die Zahl der ankommenden Flüchtlinge und die der zur Verfügung stehenden Unterbringungsplätze pendelt sich in Hessen langsam ein. Das Land reagiert darauf: Turnhallen und andere Unterkünfte sollen aufgelöst und die Menschen in die landeseigenen Erstaufnahmeeinrichtungen verlegt werden. Das kündigten Innenminister Peter Beuth und Sozialminister Stefan Grüttner (beide CDU) an. Es seien mittlerweile genügend Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen worden, um die ankommenden Flüchtlinge aufzunehmen. Alleine im Dezember wurden demnach im Bundesland über 5200 neue Plätze für die Asylsuchenden geschaffen, im Januar sollen weitere 6 400 hinzukommen. In 18 Kreisen und kreisfreien Städten hat Hessen Notunterkünfte errichtet, insgesamt sind es 38. Dort leben derzeit über 7 800 Flüchtlinge. 19 Turn- und Sporthallen werden für die Unterbringung der Asylsuchenden genutzt. Diese könnten nun bald wieder für den Schul- und Vereinssport eingesetzt werden, erklärte Beuth.

400 Asylsuchende kommen aktuell täglich nach Hessen und können in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes untergebracht werden. Insgesamt unterhält das Land an 37 Standorten Erstaufnahmeeinrichtungen, in denen derzeit über 15.000 Flüchtlinge leben. Es sei nicht zu erwarten, dass das Land in nächster Zeit wieder Einsatzbefehle zur Errichtung von Notunterkünften erteilen werde, so der Innenminister. Sollte die Zahl der ankommenden Menschen aber kurzfristig wieder deutlich steigen, werde das Land erneut an die Kreise und kreisfreien Städte herantreten.

Die aktuelle Entwicklung hat auch Auswirkungen auf Eppertshausen; dort wird es nun nach Angaben von Landrat Klaus Peter Schellhaas doch keine Notunterkunft für 1000 Flüchtlinge geben. Für den Münsterer Ortsteil Altheim bedeutet die Entscheidung der Landesregierung, dass dort in den nächsten Wochen wieder Schulsport angeboten werden kann und auch die Vereine die derzeit von 50 Flüchtlingen bewohnte Sport- und Kulturhalle wieder für ihre Aktivitäten nutzen können. Martin Burlon (parteilos), Erster Stadtrat von Dreieich, geht aber davon aus, dass die Thematik die Region auch in den nächsten Wochen weiter erheblich beschäftigen wird. Seine Begründung: „Die Menschen aus den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes müssen ja zügig den Kommunen und Kreisen zugewiesen werden, da die Erstaufnahmeeinrichtungen gerade nicht dem dauerhaften Aufenthalt dienen sollen.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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