Über 2600 Menschen suchten Rat

Wiesbaden  (sjm) ‐ Manchmal schlägt das Schicksal unbarmherzig zu: Plötzlich ist man zum Beispiel das Opfer eines brutalen Raubüberfalls geworden, wurde dabei sogar verletzt.

Oder man kommt nach Hause und muss entsetzt feststellen, dass Einbrecher alles durchwühlt und Wertvolles gestohlen haben. Oft sind die Opfer dann traumatisiert, werden von Ängsten und Depressionen geplagt. Manche der Betroffenen wissen jedoch nicht, dass ihnen Hilfe angeboten wird, von Opferhilfevereinen.

Im Jahr 2009 haben die sieben Opferhilfevereine in Hessen in 2087 Fällen 2611 Personen beraten und betreut, in durchschnittlich fünf Gesprächen pro Fall, also in insgesamt 10 508 Beratungskontakten, so Landesjustizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) anlässlich der Vorstellung der Jahresberichte 2009 der Opferhilfestellen. Die Anzahl der Fälle hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent erhöht, die der beratenen Personen von 2618 auf 2611 und damit um 0,3 Prozent etwas verringert.

Die Anzahl der Beratungskontakte hat sich  von  9603 auf 10 508 und damit um 9,4 Prozent gesteigert. Das seien lediglich geringe Schwankungen auf insgesamt hohem Niveau, heißt es in einer Pressemitteilung des Justizministeriums. In insgesamt 76,6 Prozent aller Beratungsfälle handelte es sich um Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit, in 11,2 Prozent der Fälle waren Eigentumsdelikte Anlass für das Aufsuchen der Opferberatung.

Organisationen bieten Hilfe nach Straftaten

„Die Opfer von Straftaten sind auf den besonderen Schutz des Rechtsstaates angewiesen, da sie eine Straftat meist völlig unvorbereitet trifft und sie nicht wissen, welche Hilfemöglichkeiten es gibt“, erklärte Hahn. Es sei „sehr wichtig, die Menschen nicht alleine zu lassen, sondern ihnen umfassende Hilfe zur Verfügung zu stellen.“

Aufgabe der Opferhilfevereine ist die Beratung und Betreuung der Opfer und Zeugen von Straftaten sowie deren Angehörigen und Vertrauenspersonen. Ziel ist es, Unterstützung bei der Bewältigung der Folgen einer erlittenen Straftat zu geben. Dabei sei es unerheblich, um welches Verbrechen oder Vergehen es sich handle und ob bereits Anzeige erstattet wurde oder nicht.

Das Hilfsangebot der Opferhilfevereine sei absolut vertraulich, kostenlos und auf Wunsch anonym, hieß es. Die Vorstandsmitglieder der Vereine sind ehrenamtlich tätig. Die Organisationen erhalten Gelder vom Ministerium. Zudem können sie auf ihnen zugewiesene Geldbußen und Spenden zurückgreifen.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare