Überfall: Pfadfinder spielen Krieg

Bad Soden-Salmünster/Offenbach - Aus dem Pfadfinder-Spaß wurde schmerzhafter Ernst: Ein als Gaudi gedachter Überfall von Pfadfindern auf eine andere Gruppe aus Urberach ist in Bad Soden-Salmünster aus dem Ruder gelaufen - er endete mit drei Verletzen, wie die Polizei mitteilte.

Die Angreifer wurden wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs angezeigt. Etwa 30 junge Pfadfinder aus Münster bei Darmstadt hatten in der Nacht zum Sonntag die im osthessischen Ortsteil Hausen zeltende Gruppe aus Urberach überfallen. Sie trugen Sturmmasken und Tarnkleidung wie Soldaten und verängstigten die 22 Pfadfinder zwischen 8 und 18 Jahren auch mit gezündeten Böllern.

Ein 17-Jähriger erlitt dabei ein Knalltrauma, eine 14-Jährige zog sich in der Hitze des Gefechts eine Rippenprellung zu, ein 20-Jähriger erlitt eine Schädelprellung. Zelte wurden beschädigt. Als der Spuk vorbei war, fanden alarmierte Polizisten die beiden Gruppen am Lagerfeuer vor. Alle Anwesenden seien augenscheinlich nüchtern gewesen, sagte ein Polizeisprecher in Offenbach. „Unter Pfadfindern sind diese Nachtgeländespiele oder auch Überfälle auf das andere Lager üblich. Hier ist der Schabernack allerdings aus dem Ruder gelaufen“, sagte er.

Quelle: op-online.de

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