Lösungen für die Vernetzung von Geräten im Haus

„Übersetzer“ für Heizung und Co.

Offenbach - Häuser und Wohnungen werden künftig intelligent gesteuert. Die Produkte unterschiedlicher Hersteller brauchen aber einen „Übersetzer“, um sich zu verstehen. Von Marc Kuhn 

Die Wärmepumpe arbeitet. Im Keller steht die Heizung. Auf dem Dach produziert die Photovoltaikanlage Strom. Auf dem Hof wird das Elektroauto aufgeladen. Alle Komponenten stammen von unterschiedlichen Herstellern, so sieht es die Versuchsanordnung im VDE-Prüftinstitut in Offenbach vor. Deshalb laufen in ihnen verschiedene Technologien. Über einen Energiemanager, ein kleines Kästchen der Firma SMA, werden die Geräte im intelligenten Haus gesteuert. Und sie verstehen sich untereinander.

Möglich macht das eine Art Übersetzer der EEBus Initiative. Sie vernetzt Unternehmen und Verbände aus den Branchen Energie, Telekommunikation und Elektronik. Der Wagen wird deshalb aufgeladen, wenn am Tag der meiste Sonnenstrom produziert wird. Die Heizung sorgt für wohlige Wärme, wenn die Bewohner nach Hause kommen. Ziel eines Energiemanagers im Smart Home ist nach den Worten von Folke Mitzlaff von der Firma SMA, den Verbrauch des im Haus selbst produzierten Stroms zu maximieren.

Der Energiemanager ist ein Beispiel. Beim weltweit ersten sogenannten Plugfest in Offenbach zeigten 15 Firmen, wie Lösungen für die Vernetzung elektronischer Geräte im Smart Home, im intelligenten Haus der Zukunft, aussehen können. Sie wurden im Prüfsystem des VDE getestet, das im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Projekts „Zertifizierungsprogramm Smart Home + Building“ entwickelt wurde.

„Die neuen Möglichkeiten der Heimvernetzung sind für die deutsche Wirtschaft ein wichtiger Markt“, erklärte Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin im BMWi. „Voraussetzung ist, dass sich Verbraucher für Smart-Home-Produkte entscheiden. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Produkte unterschiedlicher Hersteller miteinander verbunden werden können.“ Der Markt für vernetzte Produkte im Haus sei florierend, erläuterte Klaus Glasmacher vom BMWi.

Kommunikations-Technologie ermöglicht Übersetzung

Bisher gebe es 50 bis 60 unterschiedliche Sprachen-Protokolle, sagte Bernhard Thies, Sprecher der VDE-Geschäftsführung und Vorsitzender der EEBus-initiative. Die Kommunikations-Technologie ermöglicht eine Übersetzung. Bisher haben sich mehr als 100 Hersteller auf EEBus als gemeinsame Sprache für die Vernetzung von Geräten geeinigt. So können beispielsweise Heizungen, Waschmaschinen, Kühlschränke, Beleuchtungssysteme und Solaranlagen miteinander „sprechen“. Das Plugfest belegt nach den Worten von Thies: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“ Thomas Fischedick von EEBus berichtete: „Die Tests verliefen sehr gut.“

„Die guten Ergebnisse bei der Vernetzung so vieler Teilnehmer unter realistischen Bedingungen zeigt, dass das zugrundeliegende EEBus-Konzept seine Praxis-Tauglichkeit unter Beweis gestellt hat“, erklärte Peter Kellendonk. Vorsitzender der EEBus-Initiative. „Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum internationalen Standard im Bereich Smart Home.“ Kellendonk betonte: „Hier und jetzt konnte man sehen, es funktioniert.“

Von einem ganz wichtigen Meilenstein sprach auch Michael Jungnitsch von der Geschäftsführung des VDE-Instituts. Entscheidend sei, dass Produkte verschiedener Hersteller vernetzt werden könnten. „Damit wird erreicht, dass der Verbraucher Smart- Home-Produkte unterschiedlicher Hersteller einsetzen kann und nicht an einen Hersteller gebunden ist“, erklärte VDE-Experte Siegfried Pongratz.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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