In Hessen viele offene Lehrstellen

Umfrage: Mehr Ausbildungsplätze angeboten

Frankfurt - Sinkende Schülerzahlen sowie der Trend zu weiterführenden Schulen und Studium gehen immer mehr zu Lasten der dualen Ausbildung in Hessen. Die Ergebnisse einer Betriebsbefragung zeigen zudem, dass sich etwa 30 Prozent der Unternehmen an der Ausbildung beteiligen. Von Marc Kuhn 

Die Ausbildungsquote - das Verhältnis zwischen Arbeits- und Ausbildungsplätzen erhöhte sich mit 4,8 Prozent leicht gegenüber den Vorjahren, wie die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit gestern weiter mitteilte. Mit knapp 60.000 angebotenen Lehrstellen habe das vergangenen Jahr das bisher höchste Ergebnis seit Beginn der Umfrage in Hessen im Jahr 2000 gebracht. Allerdings ist die Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze gestiegen. Nach Angaben der Firmen konnten rund 11.000 Lehrstellen im vergangenen Jahr nicht besetzt werden. Das seien etwa 2.000 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2011 gewesen, so die Regionaldirektion.

Jeder neunte im Ausbildungsjahr 2013/14 geschlossene Vertrag wurde noch im gleichen Jahr wieder gelöst. 15 Prozent der Betriebe in Hessen sind vom vorzeitigen Ende eines Ausbildungsverhältnisses betroffen gewesen. Eine Situation, die nach Ansicht von Frank Martin, dem Leiter der Regionaldirektion Hessen, durch eine intensivere Berufsorientierung und begleitende Hilfsangebote während der Ausbildung abgewendet werden kann. „Die Arbeitsgruppe vier des hessischen Bildungsgipfels hat dazu konkrete Empfehlungen gemacht, die in die richtige Richtung gehen“, erklärte Martin. „Der Ausbau der Berufsorientierung an den hessischen Schulen soll den Einstieg in eine duale Ausbildung erleichtern und idealerweise auch die Abbruchquote verringern.“

Hessen gehört nach Baden-Württemberg und Bayern zu den Ländern mit den niedrigsten Quoten vorzeitig gelöster Ausbildungsverträge. „Ein Grund dafür ist das künftig flächendeckend eingesetzte, sehr erfolgreiche Programm QuABB - Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Berufsschule und Betrieb“, sagte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. „Es identifiziert abbruchgefährdete Jugendliche und ermöglicht so durch gezielte Ausbildungsbegleitung und Motivation in der ganz überwiegenden Zahl der Fälle eine erfolgreiche Fortsetzung der Ausbildung.“

Quelle: op-online.de

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