Uneins über Lärmschutz

Frankfurt/Offenbach - Die Proteste gegen Fluglärm setze sich fort. Nun hat das Lager der Betroffenen Unterstützung von unerwarteter Seite erhalten. Die Frankfurter CDU hat ein Fünf-Punkte-Programm vorgelegt, um den Lärmschutz am Frankfurter Flughafen zu verbessern. Von Christian Riethmüller

Das Positionspapier hat zum Ziel, vor allem die Lage jener 20.000 bis 30.000 Menschen in den südlichen Frankfurter Stadtteilen Sachsenhausen, Oberrad und Niederrad zu verbessern, die seit der Inbetriebnahme der neuen Landebahn besonders belastet sind. Dazu, so die Frankfurter CDU unter ihrem Kreisvorsitzenden Uwe Becker, soll vor allem Verkehr verlagert werden. Die Nordwestbahn dürfe nach 22 Uhr und vor sechs Uhr - also in den Nachtrandstunden - nur dann genutzt werden, wenn die Kapazitäten der übrigen Bahnen völlig ausgelastet seien, heißt es in dem Programm.

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Auch am Tag solle die Nordwestbahn nur bei Spitzenbelastung des Flughafens genutzt werden, weil unter den alten Routen, die vor dem Bau der neuen Landebahn geflogen wurden, viele Gebäude schon schallgeschützt seien.

Da wegen des höheren Westbetriebs der Frankfurter Süden laut Messstation Lerchesberg stärker belastet sei als Flörsheim, fordert die CDU außerdem, auch Sachsenhausen, Nieder- und Oberrad ins „Casa-Programm“ aufzunehmen, mit dem die Fraport anbietet, besonders verlärmte Grundstücke aufzukaufen.

„Verheerendes Signal für die Region“

Die Forderung der Frankfurter CDU nach einer Verkehrsverlagerung bringt aber ihre Parteifreunde in der Region auf die Palme. „Eine zusätzliche Belastung der Bevölkerung im Kreis Offenbach ist für uns nicht hinnehmbar“, schreibt die CDU im Kreis Offenbach am Donnerstag in einer Mitteilung. Wer die Nutzung der neuen Landebahn einschränken und die tägliche Belastung auf die drei bisherigen Bahnen verteilen wolle, verlagere den Lärm in die Region, erklärten der CDU-Kreisvorsitzende und Vizepräsident des Hessische Landtags, Frank Lortz und der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Kreistag Offenbach, Bernd Abeln, die beide den Frankfurter Vorstoß als „verheerendes Signal für die Region“ bezeichneten. „Nach Inbetriebnahme der neuen Landebahn sind gerade auch die Städte und Gemeinden im Kreis Offenbach bereits stärker belastet worden“, schrieben sie.

Hessens Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) kündigte derweil an, die Vorschläge der Frankfurter CDU über eine verringerte Nutzung der neuen Landebahn am Flughafen prüfen zu wollen.

Quelle: op-online.de

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