Unermüdlicher Einsatz für Äthiopien

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Doris Kliehm mit der Äthiopierin Askalle, die ebenfalls von der Frankfurterin unterstützt wird.

Frankfurt ‐ Hätte die Frankfurterin Doris Kliehm nicht ihren Mut zusammengenommen und wäre zum ersten Mal in ihrem Leben in ein Flugzeug gestiegen, ginge es vielen Menschen in Äthiopien schlechter. Von Christian Riethmüller

Das ostafrikanische Land war 1994 das Ziel von Kliehms erster Flugreise überhaupt. Einen ehemaligen Kollegen, mit dem sie gemeinsam beim Internationalen Sozialdienst in Frankfurt gearbeitet hatte und der dann für die Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ nach Addis Abeba gegangen war, wollte sie dort besuchen. Die Reise veränderte das Leben der vierfachen Mutter. Doris Kliehm war fasziniert von der Schönheit Äthiopiens und entsetzt über die Armut der dort lebenden Menschen. Sie wusste sofort, dass sie helfen wollte und startete nach der Rückkehr in die Römerstadt in Frankfurt ihr ganz eigenes Hilfsprojekt.

Sie sammelte Geld bei Freunden und Verwandten, bei ihrem Sportverein und bei ihrer Kirchengemeinde St. Sebastian und kehrte ein Jahr später nach Äthiopien zurück, um die Spendengelder in Höhe von 4000 Mark an die Ärmsten der Armen, vor allem Waisen, zu verteilen. So verfährt sie seither jedes Jahr. Kliehm sammelt Spendengelder, vermittelt Patenschaften und fliegt dann nach Addis Abeba, um jeden Cent des gespendeten Geldes an die Bedürftigen zu verteilen. Den Flug zahlt die Rentnerin aus eigener Tasche. Bei ihrer Arbeit in Äthiopien helfen ihr vor Ort die Meserete Kristos Church, die Mekane Jesus School und ein einheimisches Komitee. Kliehm setzt bei ihrer Hilfe auf die Selbsthilfe, vergibt Kleinkredite, kauft Werkzeug und Baumaterialien und bezahlt das Schulgeld und die Studiengebühren für Kinder und Jugendliche. Bis zu 25 000 Euro jährlich kann die mittlerweile 70-Jährige an ihre Schützlinge verteilen.

Für ihren unermüdlichen Einsatz für Äthiopien ist Doris Kliehm im Jahr 2005 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. In dieser Woche hat sie für ihr Engagement nun auch den Elisabeth-Norgall-Preis des International Women‘s Club of Frankfurt (IWC) erhalten. Der mit 6000 Euro dotierte Preis erinnert an die Mitbegründerin des IWC, die Pädagogin und Übersetzerin Elisabeth Norgall. Von der ist der Spruch überliefert „Frauen sollen nicht schwätzen, sondern agieren.“ Doris Kliehm beherzigt diesen Wahlspruch und ist in Gedanken schon wieder in Äthiopien, obwohl sie von dort erst vor wenigen Tagen zurückgekehrt ist. „Ich zähle die Tage, bis ich wieder bei meinen Schützlingen sein kann“, sagt „Mother Doris“, wie sie in Addis Abeba genannt wird. Das Preisgeld wird sie selbstverständlich für die Äthiopienhilfe verwenden.

Quelle: op-online.de

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