Uni-Alltag schlägt aufs Gemüt

Frankfurt (mic) - Studenten im Alter von 20 bis 34 Jahren in Hessen leiden häufiger unter Depressionen und sind häufiger in psychotherapeutischer Behandlung als gleichaltrige Hochschüler im Bundesdurchschnitt. Das belegt der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK).

Die psychische Gesundheit der Studierenden ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich belastet. In Hessen wurden bei 7,2 Prozent der Studenten Depressionen diagnostiziert. Damit liegt die Zahl der Hochschüler, die unter Depressionen leiden, höher als der Bundesdurchschnitt. Dieser beträgt 6,8 Prozent. Am häufigsten betroffen sind Studenten in Hamburg (8,6 Prozent), Berlin (7,6) und im Saarland (6,4).

5,1 Prozent der hessischen Studenten nehmen einen Psychotherapeuten in Anspruch. Der Bundesdurchschnitt liegt hier bei 4,4 Prozent. Der Anteil der weiblichen Studenten, die einen Psychotherapeuten konsultieren, ist mit 7,8 Prozent höher als derjenige der männlichen Studierenden (2,8 Prozent). Im bundesweiten Vergleich benötigen Studenten lediglich in Sachsen (5,8 Prozent), Berlin (5,8) und Hamburg (5,9) öfter eine Psychotherapie. Zum Vergleich: Junge Berufstätige in Hessen im Alter zwischen 20 und 34 Jah-ren haben sogar einen um 19 Prozent höheren Bedarf an einer Psychotherapie.

Mit 2 Prozent übersteigen die Verordnungen von Antidepressiva in Hessen den Bundesdurchschnitt lediglich geringfügig. Diese verhältnismäßig niedrigen Verordnungsraten an Antidepressiva in Hessen dürften mit der guten Erreichbarkeit von Psychotherapeuten zusammenhängen, so TK-Sprecherin Denise Jacoby. Im bundesweiten Vergleich liegt die Therapeutendichte in Hessen mit knapp 28 Psychotherapeuten je 10 000 Einwohner an vierter Stelle. Lediglich in Berlin (49), Bremen (46) und Hamburg (42) ist sie größer.

Statistisch gesehen bekam jeder Studierende in Hessen insgesamt 64 Tagesdosen Medikamente verordnet. Auffällig ist dabei, dass Psycho-pharmaka bei den Hochschülern in Hessen über ein Fünftel aller verschriebenen Medikamente ausmachen. Nach Angaben der TK erhalten mittlerweile gut fünf Prozent der Studentinnen und knapp drei Prozent der Studenten Antidepressiva. In einem Hörsaal mit 400 Plätzen, der von beiden Geschlechtern gleichermaßen besucht wird, bekommen also 16 Hochschüler regelmäßig Antidepressiva, 44 Prozent mehr als im Jahr 2006.

Quelle: op-online.de

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