Spezialistenteam aus Marburg

Uni-Klinik eröffnet Epilepsie-Zentrum

Frankfurt - An der Frankfurter Uni-Klinik ist das erste Epilepsie-Zentrum in Südhessen eröffnet worden. Dort stehen ab sofort exzellente Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für Menschen zur Verfügung, die an Krampfanfällen leiden. Von Harald H. Richter 

Geleitet wird die neue Einrichtung von Professor Felix Rosenow, zuvor Chef des bislang hessenweit einzigen Epilepsie-Zentrums am Klinikum in Marburg. Er bringt weitere Spezialisten auf dem Gebiet der Neurologie von der Lahn mit an den Main. Ein achtköpfiges Ärzteteam, das um weitere Fachkräfte aufgefüllt wird, hilft die Versorgungslücke in der Region zu schließen. „Wir rechnen jährlich mit etwa 2 500 Patienten, auch aus anderen Bundesländern“, ist Rosenow überzeugt, denn in Rheinland-Pfalz und im Saarland gibt es keine gleichartig ausgestattete Einrichtung. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg bestehen sieben entsprechende Zentren. Die Fachgesellschaften für Epilepsie halten ein Zentrum pro zwei Millionen Einwohner für sinnvoll.

Die optimale Behandlung verlangt eine eingehende Epilepsiediagnostik vor einem etwaigen chirurgischen Eingriff. Am Uniklinikum Frankfurt besteht seit zehn Jahren eine Video-Elektroenzephalografie-Monitoring-Einheit mit drei Betten, in der die Patienten überwacht und epileptische Anfälle aufgezeichnet werden können. Bei der Elektroenzephalografie wird die elektrische Aktivität des Gehirns durch Aufzeichnung der Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche gemessen. Die Ausstattung ließ sich bislang nur eingeschränkt für die Epilepsiediagnostik nutzen. „In der Mehrzahl der Fälle ist es erforderlich, zur Anfallsprovokation die antiepileptischen Medikamente abzusetzen oder zu reduzieren. Das kann nur in einer 24-Stunden-Dauerüberwachung erfolgen“, so Rosenow.

Die seltensten Krankheiten der Welt

Diese sei nun gegeben. In Kürze wird die bestehende Monitoring-Einheit durch sechs neue Betten mit einem System auf höchstem technischen Niveau ersetzt. Dort können Patienten, die trotz Medikamenten zu Krampfattacken neigen, zu über 50 Prozent davon befreit werden. Deutschlandweit sind 600.000 Menschen aller Altersgruppen von Epilepsie betroffen. In Hessen geht man von 36.000 Menschen aus. Bei etwa einem Drittel kann die medikamentöse Behandlung Anfälle nicht langfristig verhindern. Das führt mitunter zu schweren sozialen Beeinträchtigungen und gefährdet in vielen Fällen das Leben der Patienten.

Quelle: op-online.de

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