Vor dem Untergang

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Hilferuf von der „Titanic“ zur „Baltic“: „41˚46'N 50˚14'W Sinken brauchen sofort Hilfe“

Frankfurt - Der Untergang des Transatlantikdampfers „Titanic“ am 15. April 1912 war mehr als nur eine Tragödie mit über 1500 Toten. Von Christian Riethmüller

Bis heute ist das Unglück im Gedächtnis geblieben und wird die Metapher vom sinkenden Schiff bemüht, wenn menschliche Hybris in eine vermeidbare Katastrophe führt. Bald jährt sich der Untergang des als unsinkbar beschriebenen Schiffes zum hundertsten Mal und die Erinnerungsflut wird immens sein. Schließlich sind die Ereignisse jener Nacht im eisigen Nordatlantik mittlerweile so oft in Filmen, Büchern, Artikeln und Liedern erzählt worden, dass zwischen Fiktion und Realität kaum mehr zu unterscheiden ist.

Telegramme wurden von Titanic verschickt

Wahr ist allerdings, dass in den Stunden vor dem Zusammenstoß des Schiffs mit dem Eisberg wie auch nach der Kollision zahlreiche Telegramme von der „Titanic“ geschickt wurden. An Bord des Luxusdampfers befand sich eine Funkstation der Marconi's Wireless Telegraph Co. mit einer Reichweite von 700 Kilometern. Die Passagiere nutzten diese neue Kommunikationstechnik gern, um private Nachrichten in Richtung USA oder Europa zu schicken. Gleichzeitig diente der Funk dem Austausch mit anderen Schiffen, die der „Titanic“ bekanntermaßen auch Eiswarnungen zukommen ließen, die allerdings von der „Titanic“-Brücke nicht zu einem Gesamtbild der drohenden Gefahr zusammengefügt wurden.

Die Museumsstiftung Post und Kommunikation hat 1992 bei einer Versteigerung bei Christie's 160 Original-Telegramme der „Titanic“ erworben, von denen 30 nun in einer Ausstellung im Forum des Museums für Kommunkation in Frankfurt gezeigt werden. Sie lenken den Blick auf individuelle Schicksale und auf das neue Medium Funk. Originale Filmaufnahmen vom Schiff und Filmdokumente von der Rettungsaktion begleiten die sehenswerte Schau, die bis zum 22. April gezeigt wird. Öffnungszeiten: Di bis Fr 9-18 Uhr, Sa, So 11-19 Uhr.

Quelle: op-online.de

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