Unterirdisches Museum

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Mit dieser unterirdischen Halle wird das Städel Museum in Frankfurt um 3000 Quadratmeter erweitert.

Frankfurt - Ein Museum vom Erdboden verschluckt: Auf das Städel in Frankfurt würde eine solche Schlagzeile passen. Allerdings ist das Verschwinden von der Bildfläche im Falle der weltberühmten Kunstsammlung von langer Hand geplant und gewollt. Von Christian Riethmüller

Bekanntlich wird das Städel Museum unterhalb seines Gartens mit einer 3000 Quadratmeter großen Halle erweitert.

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Die ganze Dimension dieses kühnen Unternehmens, das einem Entwurf des Frankfurter Architektenbüros schneider + schumacher folgt, ist aber erst jetzt zu erkennen, nachdem der Rohbau des unterirdischen Gebäudes fertiggestellt ist. Auf einer Fläche von 50 mal 50 Metern und in einer Höhe von sechs bis acht Metern ruht auf 12 Innenstützen die geschwungene Decke, die von 195 kreisrunden Oberlichtern charakterisiert wird. In diese Oberlichter sind mittlerweile die kaltverformten Gläser eingelassen, auf denen sich ihrer besonderen Formgebung wegen kein Wasser staut, wie Architekt Michael Schumacher gestern berichtete. Filter und ein sogenanntes Verschattungssystem an den Fenstern verhindern die direkte Sonneneinstrahlung auf die Kunstwerke, die später einmal an verschiebbaren Wänden in der Halle hängen werden.

Zu 92 Prozent finanziert

Wie Städel-Direktor Max Hollein und sein Stellvertreter Heinz-Jürgen Bokler gestern außerdem mitteilen konnten, ist der technisch diffizile Durchbruch vom Alt- zum Neubau des Städel mittlerweile ebenfalls abgeschlossen. Nun soll der Innenausbau beginnen. Die Städeladministration rechnet damit, dass die umfangreichen Sanierungsarbeiten am Altbau im Sommer dieses Jahres und die Arbeiten im Neubau im Oktober abgeschlossen sein werden. An die 45 Millionen Euro werden dann verbaut sein, die nach Boklers Angaben nun zu 92 Prozent finanziert sind.

Die Eröffnungsphase des neuen Städel soll im Herbst beginnen. Am 7. Oktober wird die große Sonderausstellung „Beckmann & Amerika“ eröffnet. Die Eröffnung des Erweiterungsbaus, in dem künftig die Gegenwartskunst ausgestellt wird, ist für Februar 2012 geplant. Dann ist der Neubau nämlich klimatechnisch einreguliert.

Quelle: op-online.de

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