Jedes Auto ist ein Original

Frankfurter Unternehmen stellt sich auf der IAA vor

+
Rick T. Damm (links) und Christopher Kranz stellten das erste Auto der Halcón Supersport GmbH vor.

Frankfurt - Auf den IAA in Frankfurt kommen auch die Sportwagenfans auf ihre Kosten. Wer jedoch das Besondere sucht, muss zum Stand eines Startups aus der Mainmetropole gehen. Von Marc Kuhn 

Viele Neuheiten gibt es auf der 66. Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt zu bestaunen. Noch mehr Fahrzeuge haben ein Facelift verpasst bekommen. Eines ist fast allen gemeinsam: Sie sind Massenprodukte. Ihre zukünftigen Besitzer wissen, dass ihr Auto millionenfach auf den Straßen fährt. Anders sieht es bei den Flitzern der Firma Halcón Supersport GmbH mit dem Namen Falcarto aus - einem Startup aus Frankfurt. Bei ihnen steht die Individualität absolut im Vordergrund. Die Autos werden nach Kundenwünschen gefertigt - Form, Farbe, Leistung und Ausstattung suchen ihresgleichen. „Das ist etwas Besonderes“, sagt Rick T. Damm, Chef und Gesellschafter des Unternehmens, auf der IAA. „Für den Wagen sucht man auf der ganzen Welt etwas Vergleichbares.“ Das erste Auto ist auf der Autoshow in Halle 4 auf Stand 37 vorgestellt worden. Vorher habe noch kein Mensch das Fahrzeug gesehen, erklärt Damm. Es sei erst am Vorabend der Präsentation geliefert worden, berichtet Christopher Kranz, der das Auto designt hat. Die Einhaltung des Zeitplans sei ein Kraftakt gewesen.

„Mich faszinieren Autos von klein auf“, erläutert Damm die Gründe für die Firmengründung. „Was einen fasziniert, soll man nicht ignorieren.“ Trotz der Leidenschaft setzt der Firmenchef auf die duale Mobilität: Im Preis für den Supersportler ist auch ein Hightech-E-Bike der Firma Grace inbegriffen. „Man muss nicht jeden Kilometer mit dem Auto fahren“, meint Damm. Wer sich aufs Fahrrad setze, tue etwas für die Gesundheit und Umwelt.

Alles zur IAA lesen Sie auf der Themenseite.

Details zur Basisversion des Supersportlers und zu seinen Komponenten will Damm nicht verraten. Verschiedene Verbrennungsmotoren sind im Angebot, auch ein Twin-Turbo. Sie haben 420 bis 800 PS. Der Motor habe „Gene des GTR“, mehr sagt Damm nicht. Zudem wurde in die erste Version des Supersportlers ein spezielles Bremssystem und Fahrwerk eingebaut. Carbon, Leder und Alcantara wurden genutzt. In Zukunft werden die Supersportler komplett nach den Wünschen der Kunden entworfen. „Kein Auto wird gleich sein“, erklärt Damm. Er will nur 15 Stück weltweit im Jahr ausliefern, „weil ich mir kleine Ziele setze“. Produziert wird auf Bestellung, nach Anzahlung. Etwa 170.000 bis 300.000 Euro müssen Kunden für einen Supersportler auf den Tisch legen. „Das ist ein Spielzeug, aber ein sehr angenehmes“, sagt Damm.

Blickfang auf der IAA: Hübsche Frauen präsentieren Autos

Entworfen werden die Autos von Christopher Kranz. Eigentlich ist er Komponist und hat unter anderem für Helene Fischer das Lied „Unser Tag“ geschrieben. Auch er zählt zu den Gesellschaftern der Halcón Supersport GmbH und hat das Fahrzeug am Computer entworfen. Neben der Musik will Kranz sich „auch in anderen Feldern austoben“. So kam er zum Fahrzeugdesign. „Ich liebe schöne Formen. Alles, was schön ist.“

Hergestellt werden die Supersportler von Michael Schneider und seinem Team. Am ersten Falcarto sei lediglich das Dach ein Originalteil, berichtet er. Alles andere sei komplett neu gebaut worden. So wurde der Wagen unter anderem länger und breiter. „Wir schaffen etwas, das es nicht gab“, sagt Schneider.

IAA 2015: Impressionen der neuesten PS-Boliden

Damm wagt sich mit der Halcón Supersport GmbH einmal mehr in ein neues Geschäftsfeld. Einst hatte er nach eigenen Worten „einen Superjob“ bei der Lufthansa. Das reichte ihm nicht. „Ich hasse Stillstand“, betont der Geschäftsführer. Mit Ralph Diehl, der ebenfalls bei dem neuen Unternehmen mitmacht, produziert er seit Jahren Musik für namhafte Künstler. Und im Jahr 2011 gründete Damm die Firma Happy Landings. Sie bietet Flugsimulationen von der B737 bis zum Helikopter an. Für den Mut zu dem Vorhaben sei er damals bestaunt worden, erinnert sich Damm. Aber: „Warum immer konventionell denken, wenn es auch unkonventionell geht?“ Der Erfolg gibt ihm recht. Das Geschäft mit den Simulatoren brummt, so Damm. Doch auch nach der Gründung der Halcón Supersport GmbH will er die Füße nicht hochlegen. Damm plant bereits ein neues Vorhaben, will aber nichts verraten. „Eines nach dem anderen.“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare