Dubiose Geschäfte an der Elite- Hochschule  

Wiesbaden - An der privaten European Business School (EBS) sollen auch öffentliche Gelder zweckentfremdet worden sein. Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft geht von rund 7200 Euro aus, wie ein Sprecher mitteilte.

Im Fokus der Ermittlungen steht der ehemalige EBS-Präsident Christopher Jahns. Er soll insgesamt 180.000 Euro Hochschulmittel veruntreut haben. Jahns war Anfang April wegen der Untreue-Vorwürfe entlassen worden. Gegen seine Kündigung als Geschäftsführer und Dozent der Elite-Hochschule reichte er Klage ein. Die Untreue-Vorwürfe weist er zurück.

Die Staatsanwaltschaft geht nach einer Überprüfung der Buchhaltung davon aus, dass 7200 Euro Landesmittel unrechtmäßig verwendet worden sein könnten. Das Wissenschaftsministerium hat nach Angaben eines Sprechers noch keine eigenen Erkenntnisse über möglicherweise veruntreute Fördergelder.

Stadt und Land fördern Aufbau einer juristischen Fakultät

Die Prüfung der Verwendungsnachweise der EBS für die Jahre 2009 und 2010 stehe noch aus. Das Land fördert zusammen mit der Stadt Wiesbaden den Aufbau einer juristischen Fakultät an der EBS. Die Grünen erneuerten ihre Kritik an der Landesregierung. „Wir sehen uns in unserer Position bestätigt, dass nach Bekanntwerden der Vorwürfe vorerst keine weiteren Zahlungen an die EBS hätten getätigt werden dürfen“, erklärte die Abgeordnete Sarah Sorge. Sie forderte, der Hochschule vorerst kein Geld mehr zu überweisen.

Ehemaliger EBS-Präsident reicht Klage ein

Grüne und Linke hatten es bereits am Mittwoch als „vollkommen unverständlich“ bezeichnet, dass das Land Mitte März weitere 1,5 Millionen Euro an die Hochschule überwiesen habe, obwohl die Vorwürfe gegen Jahns bereits bekannt gewesen seien.

Jahns reichte Klage beim Wiesbadener Land- sowie Arbeitsgericht ein. Das Verfahren am Landgericht steht einem Sprecher zufolge erst am Anfang. Am Arbeitsgericht sollen sich die Parteien am 16. Mai zu einem Gütetermin treffen.

Nach Angaben einer EBS-Sprecherin liegt der Hochschule noch keine Klage vor, deshalb könne sie inhaltlich keine Stellung beziehen. Die Trennung von Jahns sei aber für die EBS ein endgültiger Schritt. Dass er eventuelle arbeitsrechtliche Ansprüche geltend mache, sei sein gutes Recht, ändere aber nichts an der Entscheidung.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Harald Reiss/pixelio.de

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