Hessen ordentlich unter Wasser gesetzt

Unwetter: Notrufe in Frankfurt und Darmstadt

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Frankfurt - Erst wurde es dunkel am Himmel, dann kamen Regen und Sturm. Ein Unwetter hat das Rhein-Main-Gebiet ordentlich unter Wasser gesetzt. Bei Feuerwehr und Polizei gingen etliche Notrufe ein.

Nach tagelanger Hitze ist am Dienstag ein heftiges Unwetter über das Rhein-Main-Gebiet und Südhessen hinweg gezogen. Innerhalb weniger Minuten mussten Polizei und Feuerwehr Dutzende Male ausrücken, Bäume wurden entwurzelt, Keller unter Wasser gesetzt und Dächer abgedeckt. Mehrere Menschen wurden leicht verletzt.

Die Bahn sperrte unter anderem die Schnellfahrtstrecke von Frankfurt nach Köln, auch die Verbindungen von Mannheim nach Frankfurt, zwischen Mannheim und Mainz sowie zwischen Frankfurt und Hanau waren lahmgelegt. "Es ist überall 'was", sagte eine Sprecherin. Züge würden an den Bahnhöfen zurückgehalten, damit sie nicht Gefahr liefen, auf der Strecke stehen zu bleiben.

Jugendliche und ein zweijähriges Kind verletzt

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Am Badesee in Mainhausen-Zellhausen (Kreis Offenbach) wurden zwei Jugendliche und ein zweijähriges Kind von einem herabstürzenden Ast getroffen und leicht verletzt. Einer der Jugendlichen wurde zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Auf dem Campingplatz in Offenbach-Bürgel stürzte ein Baum auf einen Wohnwagen, der völlig demoliert wurde. Die Besitzerin erlitt eine Platzwunde am Kopf.

Die Polizei in Frankfurt musste zahlreiche Notrufe entgegennehmen: "Wir haben jede Menge Anrufe in jeglicher Hinsicht, da geht es um umgestürzte Bäume, Bauzäune oder abgerissene Äste", sagte Polizeisprecher André Sturmeit. Die Feuerwehr Frankfurt hatte mehr als 250 Einsätze abzuarbeiten. Sie musste unter anderem ein gekentertes Segelboot am Westhafen sichern. Die drei Besatzungsmitglieder konnten sich schwimmend retten.

Zudem rückte die Feuerwehr zum Squaire am Flughafen aus. Dort hatte sich durch den Sturm eine Gondel gelöst und drohte, durch das Dach des Fernbahnhofs zu stürzen, der vorsorglich evakuiert wurde. In Südhessen stürzten durch Sturmböen Bäume um und blockierten zahlreiche Straßen. In Rüsselsheim stürzte ein Lichtmast auf mehrere geparkte Autos. In nicht einmal einer Stunde gingen am Nachmittag bei der Polizei in Darmstadt 26 Meldungen über Sturmschäden ein - auch dort gab es zumeist umgestürzte Bäume oder umherfliegende Baustellenabsperrungen.

Ein Drittel der Meldungen betraf allein die Stadt Darmstadt, wie eine Sprecherin mitteilte. Das Unwetter mit Blitz, Donner und Starkregen hatte das Stadtgebiet kurz vor 16.00 Uhr erreicht, wenige Minuten später war alles wieder vorbei. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Am Frankfurter Flughafen musste der Betrieb wegen des starken Sturms immer wieder unterbrochen werden. Die Bodenabfertigung, also das Betanken sowie das Be- und Entladen der Maschinen, wurde für rund 30 Minuten eingestellt. "Das ist bei einem so starken Gewitter mit Wind und Blitzen Routine", sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Einige Starts und Landungen verzögerten sich. "Das wird sich aber im Laufe des Abends wieder einspielen", sagte der Sprecher.

Allerdings warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach bereits vor weiteren Unwettern mit Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen, die nicht nur am Dienstag, sondern auch am Mittwoch zu erwarten seien. Zwischenzeitlich ließen Schauer und Gewitter in der Nacht zum Mittwoch kurz nach, hieß es bei den Wetterexperten.

dpa

Quelle: op-online.de

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