Uran im Trinkwasser - Grenzwerte umstritten

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Trinkwasser ist für erwachsene Menschen ein außerordentlich reines Lebensmittel. Doch bei Babynahrung ist besondere Vorsicht geboten. Fachleute streiten sich um die natürliche Uranbelastung unseres Wassers.

Frankfurt - (re) „Frisches Trinkwasser ist ideal gegen Sommerdurst.“ Mit diesem Satz wirbt der Verein Forum Trinkwasser für Leitungswasser als Durstlöscher. In der Tat trägt unser Trinkwasser seinen Namen zurecht. Es ist das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland und Europa.

In manchen Gegenden Deutschlands - vor allem in Bayern und Baden-Württemberg - ist das Trinkwasser jedoch in bedenklichen Konzentrationen mit Uran verunreinigt. Das meint zumindest die Verbraucherorganisation foodwatch, die im vergangenen Jahr mehr als 8 000 Daten aus allen 16 Bundesländern zusammengetragen hat. In Hessen gab es in 13 von 26 untersuchten Regionen einen Belastungswert von 2 bis 10 Mikrogramm pro Liter, mehr als 10 Mikrogramm wurden in Hessen nicht festgestellt. Diese 10 Mikrogramm will die Bundesregierung als Obergrenze festlegen; ein entsprechender Gesetzentwurf ist in Arbeit.

Für foodwatch geht das nicht weit genug: „Wir fordern einen zulässigen Höchstwert von zwei Mikrogramm in Trink- und Mineralwasser“, sagt Sprecher Martin Rücker. Uran könne relativ leicht aus dem Trinkwasser gefiltert werden.

Hintergrund sind die Kleinsten: Für Mineralwasser, das damit wirbt „zur Herstellung von Säuglingsnahrung geeignet“ zu sein, hat der Gesetzgeber diese zwei Mikrogramm festgelegt - wegen der hohen Empfindlichkeit von Babys. Für Leitungswasser gibt es diesen Grenzwert nicht.

Ob durch die Überschreitung des Richtwerts tatsächlich Gesundheitsschäden drohen, ist jedoch umstritten.

Mit Atomkraftwerken haben die hohen Werte im Trinkwasser dem Umweltbundesamt zufolge nichts zu tun. Uran kommt überall in der Natur vor; der größte Teil im Trinkwasser stammt aus Gestein und wurde dort ausgewaschen. Uran ist ein radioaktives Schwermetall und kann vor allem die Nieren schädigen - nicht wegen der Radioaktivität, sondern wegen der giftigen chemischen Wirkung.

Quelle: op-online.de

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