Der Barfußpfad in Bad Sobernheim

Urlaub daheim: Kilometerlange Fußreflexzonenmassage

Mit hochgekrempelten Hosen geht es durch die Lehmbrühe.

Bad Sobernheim - Ein angenehmes Kribbeln ist in den Fußsohlen zu spüren. Die eben erfahrene Massage war eine einzige Wohltat. Aber an die Füße hat niemand Hand angelegt. Vielmehr war es die Natur, die den Quadratlatschen diese Erholung verschaffte. Von Sonja Thelen

Ohne Schuhe, ohne Socken ging es über den 3,5 Kilometer langen Barfußpfad in Bad Sobernheim - mitten durch eine idyllische Auenlandschaft und die Nahe sowie über unterschiedlichste Materialien: Lehm, Gras, Stein, Korken oder Rindenmulch.

Etwa 100.000 Besucher machen sich barfuß auf den Weg

Vor 20 Jahren entstand dieser Barfußpfad in der rheinland-pfälzischen Kurstadt unweit von Bad Kreuznach. „Es ist der erste Barfußpfad in Deutschland“, betont Ralf Schneeberger, Geschäftsführer der Kur- und Touristinformation und einer der „Geburtshelfer“. „Anfangs war die Resonanz sehr kritisch. Der Pfad war sehr umstritten“, erzählt Schneeberger. Aber in den vergangenen Jahren hat sich der Rundweg zu einer Erfolgsstory entwickelt: Durchschnittlich 100.000 Besucher jedweden Alters machen sich zwischen Mai und Oktober barfuß auf den 3,5 Kilometer langen Weg. Aus einem Radius von 120 Kilometer reisen die Tagesausflügler an. Auch in anderen deutschen Regionen sind zwischenzeitlich weitere Pfade entstanden, die sich von Bad Sobernheim haben inspirieren oder sogar von Macher Schneeberger haben beraten lassen. Doch in Sachen Vielfalt, Abwechslung und Spaßfaktor reiche keiner an die Qualität des Barfußpfades in Bad Sobernheim heran, so der Tourismus-Chef überzeugt.

Picknickplätze laden zum Verweilen ein

Schon die erste Station ist eine Reminiszenz an den Ideengeber: Denn der Naturheilkundler und Bad Sobernheimer Kurbegründer „Lehmpastor“ Emanuel Felke (1856–1926) hatte seinen Patienten das Barfußgehen verordnet - am besten kombiniert mit einem Lehmbad in Heilerde. Dieses stand Pate für das „Lehmstampfbecken“, das die Spaziergänger auf den Barfußpfad einstimmt. Hose hochkrempeln oder den Rock hochheben - und schon geht es durch die flüssige, braune Lehmbrühe. Über einen Geschicklichkeitsparcours, verschiedene Bodenbeläge und gepflegte Rasenwege geht es weiter zur Nahefurt.

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Um beim Durchschreiten nicht die Balance zu verlieren, sind Stricke über den Fluss gespannt, an denen sich kleinere Kinder, aber auch Erwachsene festhalten können. Wer trockenen Fußes ans andere Ufer gelangen möchte, kann auch die Brücke nehmen. Unterwegs laden Picknickplätze zum Verweilen ein. An einem Strand kann, wer möchte, ein Bad im Fluss nehmen. Es folgen weitere Kletter-, Spiel- und Balancier-Stationen sowie ein Geologiepfad: Durch Tasten, Fühlen und Schauen verschiedener Gesteinsarten können die Besucher die geologische Entwicklungsgeschichte der Region mit allen Sinnen erleben. Zum Abschluss wird es nochmal abenteuerlich: Über eine 40 Meter lange Hängebrücke oder mit der Seilfähre erreicht man nach einer 3,5 Kilometer langen Fußreflexzonenmassage das Ziel.

Informationen: Der Barfußpfad in 55566 Bad Sobernheim, Staudernheimer Str. 90, ist von Anfang Mai bis Anfang Oktober täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Am Ausgangspunkt gibt es Schließfächer und eine Fußwaschanlage sowie Toiletten und einen Imbiss. Kostenlose Parkplätze sind vorhanden. Der Bahnhof ist 15 Minuten zu Fuß entfernt. Auch liegt der Barfußpfad direkt am Nahe-Radweg. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 3,50 Euro, für Kinder zwei Euro. Außerdem gibt es Kombitickets für den zusätzlichen Eintritt ins benachbarte Erlebnisbad.

Quelle: op-online.de

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