Idyllisches Fleckchen Florstadt

Urlaub daheim: Pittoreskes Venedig der Wetterau

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Blick auf Schloss-Restaurant und Wehrturm in Staden.

Florstadt - Florstadts drittkleinster Stadtteil Staden gehört mit seinen Fachwerkhäusern, den beiden Schlössern Ysenburg und Löw´sches Schloss, dem weitläufigen Herrengarten, sehenswertem Fachwerk und der „Seufzerbrücke“, zu den idyllischsten Fleckchen in der Wetterau. Von Ingrid Schick

Das Ortsbild ist geprägt vom Verlauf des Mühlbachs und dem der Nidda. Nicht zuletzt deswegen wird der malerische Ort auch gern als „Venedig der Wetterau“ bezeichnet. Auf der „Stadener Runde“ kann man den Charme des Dörfchens in einer knappen Stunde entdecken.

Am besten startet man den Spaziergang am Schloss Ysenburg. Drum herum fließt der Mühlbach, auf dem meist Schwäne und eine Schar Enten dümpeln. Das im 16. Jahrhundert von den Herren von Carben im Stil der Renaissance errichtete Schloss gründet auf der ehemaligen Stadener Wasserburg, von der Reste der Wehranlage sowie zwei Türme erhalten sind. Der Name Ysenburg stammt aus der Zeit von 1788, in der das Schloss im Besitz der Grafen von Ysenburg-Büdingen war.

Von der vom Mühlbach umflossenen Terrasse des Schloss-Restaurants fällt der Blick auf den aus groben Sandsteinquadern erbauten, ehemaligen Wehrturm sowie die herrschaftliche Hofreite gegenüber Deren Zwerchhaus sowie die Giebelseite zur Straße sind aufwendig mit Schiefer verziert. Es muss ein Meister seines Faches gewesen sein, der die Giebelseite in Form einer Kirche und das Zwerchhaus kunstvoll mit Sonnen- und Mondmotiv mit Schiefer gestaltet hat. Aber auch im Schloss gibt es weitere Höhepunkte zu entdecken: die Stuckdecken im Jugendstil, die 1902 von den Vorfahren der heutigen Besitzer im Gastraum eingezogen wurden, die gut erhaltenen Jugendstilfenster und den gotischen Spitzbogen im Eingangsbereich.

Durch die Tiefen des Herrengartens

Vom Schloss führt der Weg nach rechts entlang des Mühlbaches, vorbei an den Resten der Stadtmauer und der teilweise sanierten Mühle in den unteren Teil des Herrengartens. Der weitläufige Landschaftspark wurde 1872 als Erweiterung des ehemaligen Schlossparks rund um das Löw´sche Schloss vom damaligen Besitzer Freiherr vom Stein zu Staden beauftragt und eingerichtet. Heute erstreckt sich das Areal vom Löw´schen Schloss weit über die Nidda hinweg. Im unteren Herrengarten biegt man nach rechts zur Niddabrücke ab. Der Sportplatz liegt links. In diesem herrlichen Park mit uraltem Baumbestand sprudelt der Sauerborn wahrscheinlich seit Römerzeiten. Die Stadtchronik erwähnt den Sauerborn urkundlich erstmals im 1435. Heute ist die Quelle eingefasst in einen Holzpavillon mit achteckiger, barockartiger Kuppel und Kupferdach. Das salzige Quellwasser aus tiefem Untergrund mischt sich auf seinem Weg nach oben mit Süßwasser. Es schmeckt nach Eisen, hat natürliche Kohlensäure und bitzelt bei jedem Schluck frisch auf der Zunge. Regelmäßige Trinkwasseranalysen attestierten dem Wasser sehr gute Qualität und viele Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Natrium. Flaneure sollten einen Trinkbecher für eine Kostprobe nicht vergessen! Rund um den Sauerborn laden Bänke zum Verweilen ein. Das Stadener Heilwasser plätschert aus vier Hähnen, die Blätter der Baumriesen wispern, die Vögel singen und der Blick schweift durchs Grün hindurch in die naturgeschützten Nidda-Auen, in denen Störche nach Fröschen suchen und Kühe und Pferde weiden.

Vom Sauerborn aus geht es weiter am Niddaufer entlang, vorbei an einigen Kleingärten bis zur Landstraße, auf der man nach rechts abbiegt und die Niddabrücke Richtung Staden überquert. In der nächsten Kurve nicht der Hauptstraße (Parkstraße) zurück zum Ysenburger Schloss folgen! Vielmehr geradeaus zu dem kleinen Steg gehen. Von hier hat man einen schönen Blick auf die einzigartige, von Fachwerk überbaute Stadener Seufzerbrücke (7). 1684 auf Holzpfählen über den Mühlbach gebaut, wurde die malerische Brücke 1991 saniert. In der Mitte befindet sich ein kleiner Pavillon, der mit einer welschen Haube überdacht wurde. Es wird angenommen, dass die überbaute Brücke einst ein herrschaftliches Lusthaus war.

Über den Steg geht’s zur Pfarrgasse mit vielen Fachwerkhäusern und lauschigen, fantasiereich gestalteten Höfen, dann entlang der Parkstraße (an der Kreuzung links halten) zum Löw´schen Schloss. Gegenüber dem Schloss (heute Sitz der Gemeindeverwaltung) liegt die neoklassizistisch gestaltete Kirche. Durch den oberen Herrengarten mit seinem prächtigen Baumbestand vorbei am Kinderspielplatz und dem Kindergarten führt der Weg zurück zum unteren Herrengarten, wo am Weg eine riesige Sumpfzypresse steht und Orientierungspunkt ist für der Rückweg. Am Baumriesen rechts halten, zurück zum Mühlbach und Schloss Ysenburg gehen. Dann ist es auch Zeit für einen Einkehrschwung, denn die Schlossküche offeriert regionale Schmankerln und wunderbare Kuchen.

Adressen:

Schloss Ysenburg, Parkstraße 20, 61197 Florstadt-Staden, Telefon 06035 96760, Ö: täglich von 7-24 Uhr, warme Küche 12-14 und 18-22 Uhr

Den Faltplan zur etwa einstündigen „Stadener Runde“, gibt es kostenlos an der Rezeption von Schloss Ysenburg

Quelle: op-online.de

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