Grasellenbach im Odenwald

Urlaub daheim: Auf Siegfrieds Spuren zum Windbeutel-Paradies

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An dieser Quelle soll Siegfried ermordet worden sein.

Grasellenbach - Wer kennt nicht die Sage von Siegfried, dem stolzen Drachentöter, und dessen bitterem Ende? Der Tatort, wo Hagen von Tronje Siegfried ermordete, soll in Grasellenbach im Herzen des Odenwaldes liegen. Von Ingrid Schick

Zwar erheben viele Orte den Anspruch darauf, den „einzig wahren“ Siegfriedbrunnen zu haben, aber oberhalb von Grasellenbach stieß der Geheime Staatsrat Johann Friedrich Knapp bei seinen Forschung 1844 auf eine Quelle, die – so dünkte ihn – den geografischen Angaben aus dem Nibelungen lied entsprach. 1851 fand die feierliche Deklaration statt und die Werbung mit den sagenhaften Gestalten bescherte dem kleinen Ort frühen Tourismus. Auch wenn andere Forscher Johann Friedrich Knapp vehement widersprachen.

Wer durch den Luft- und Kneippkurort flaniert, stößt auf Schritt und Tritt auf Gasthöfe und Pensionen, die sich mit den Figuren der Heldensage schmücken: Kriemhild, Hagen, Gunther, Brunhild und Siegfried sind die Protagonisten des Wohlstands. Der Siegfriedbrunnen liegt am Fuße des 548 Meter hohen Spessartkopfes. Die Quelle wurde in Bruchsteinmauerwerk gefasst, daneben steht ein nachempfundenes gotisches Steinkreuz. Auf dessen Sockel berichtet eine Strophe über den Meuchelmord. Unser Ziel ist bei diesem Spaziergang jedoch nicht der Siegfriedbrunnen, vielmehr flanieren wir durchs lauschige Gaßbachtal – von einer Kalorienbombe zur nächsten.

Brunhild-Sahnekuppel oder Nibelungentrüffel

Am gleichnamigen Hotel mit Nibelungen-Café starten wir unseren Rundgang. Das Patissier-Team rund um Bäcker- und Konditormeister Hans Dörsam ist bereits zwei Mal im Guinnessbuch der Rekorde eingetragen, wurde 2007 zum besten Café Hessens gekürt. Im Kuchen-Buffet dreht sich alles um die Nibelungen: Siegfried-Sahneschnittchen, Brunhild-Sahnekuppel, Baiser-Hagen-Torte oder hausgemachte Nibelungentrüffel heißen die süßen, verführerischen Kreationen. Ganz nebenbei ist Dörsam Schauspieler und Impresario der Grasellenbacher Heimatbühne, die vor dem Hotel eine Open-Air-Spielstätte gefunden hat. Hier steht auch ein großer Schilderbaum, der zu allen Sehenswürdigkeiten des Ortes und der Umgebung weist.

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- Lernbauernhof Rhein-Main

- Wanderung durch die Wetterau

Zunächst gehen wir etwa 100 Meter Richtung Ortsmitte, bis der Wanderweg G5 nach links abbiegt und vorbei an einigen Häusern Richtung Wald ansteigt. Im Wald folgen wir dem schattigen, weichen Waldweg, immer das kleine Bächlein im Talgrund zu unserer Linken. Am Wegesrand stehen Lehr- und Schautafeln zur heimischen Vogelwelt und zum deutschen Wald. An der Felsquelle mit Kneippbecken angekommen, werden erst einmal die Ärmel hochgekrempelt und die Arme ins eiskalte Wasser, das aus einer Felsspalte strömt, getaucht. Die Quelle ist als Gedenkstätte für Gerhard Beisinger, einem Vordenker für den Geopark Odenwald gestaltet. Von hier können wir auch schon auf einer großen Waldwiese das Odenwälder Windbeutel-Paradies, das Café Bauer, erspähen. 50 Torten, Kuchen und die legendären Riesen-Windbeutel sind Weight Watchers Alptraum – aber diese köstlichen mehrstöckigen Naschwerke sind einfach unwiderstehlich und werden auf der weitläufigen Terrasse verputzt. Drin sehenswert: die umfangreiche Kaffeekannensammlung.

Wegstrecke: 5 Kilometer

Gehzeit: etwa 1 Stunde und 15 Minuten

Adressen:

Nibelungen-Café im Hotel Gaßbachtal, Hammelbacher Str. 16, 64689 Grasellenbach, Telefon 06207 9400-0,

Café Bauer, Im Gaßbachtal 1, 64689 Grasellenbach, Telefon 06253 5560

Nach der Kaffepause geht es zunächst zurück Richtung Felsenquelle. An der Kreuzung muss man sich jedoch rechts halten und auf dem Wanderweg G4 talabwärts (nun auf der anderen Seite des Baches) gehen. Nach etwa einem Kilometer gabelt sich der Weg, wir gehen immer in der Nähe des Bachlaufes zurück Richtung Hotel Gasbachtal. Am Wegesrand: eine weitere Kneipp-Anlage, diesmal zum Wassertreten. Vorbei an einem idyllischen Teich, auf dem Schwäne dümpeln, führt der Weg zurück zum Ausgangspunkt des Spazierganges.

Quelle: op-online.de

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