Herrliche Aussichten auf die Odenwälder Höhen, genussvolle Momente

Auf dem Wanderweg R 1 unterwegs im Odenwald

Reichelsheim - Diese Wanderung ist ein Genuss für alle Sinne: Herrliche Aussichten auf die Odenwälder Höhen, Naturerlebnisse auf einem Waldlehrpfad, stille Momente am „Fallenden Wasser“ und einige kulinarische Entdeckungen. Von Ingrid Schick

Die Wandertour startet am Parkplatz am Friedhof in Reichelsheim, Laudenauer Straße. Die regionale Wanderwegmarkierung R 1 führt fast über die gesamte Strecke. Zunächst geht es über einen moderat ansteigenden Wiesenweg Richtung Wald. An der ersten hölzernen Sitzgruppe lohnt es sich, zurückzublicken. Der Blick schweift frei aufs Reichelsheimer Schloss. Der R 1 führt nun recht knackig, vorbei an der Philipp-Gottmann-Hütte, auf den Berg hinauf. Eine Stunde später hat man gut 240 Höhenmeter geschafft und folgt weiter dem R 1. Lohn des atemraubenden Aufstiegs: Auf dem Höhenweg Richtung Gasthaus „Zur Freiheit“ bieten sich beeindruckende Aussichten, bis zur Veste Otzberg.

In den schönsten Gastgarten des Odenwaldes abbiegen

Am Parkplatz oberhalb des Gasthauses „Zur Freiheit“ sollte man unbedingt nach links in den schönsten Gastgarten des Odenwaldes abbiegen. Die erste urkundliche Erwähnung des schindelverzierten Gasthauses datiert vom 13. Oktober 1456. Einst trafen hier drei Grenzen aufeinander– deshalb war dieser Ort „gefreit“ (außerhalb der Gerichtsbarkeit). Heute tischt Gastgeber Jürgen Katzenmeier in der guten Stube oder zwischen Rosenbüschen, Blumenrabatten und Wasserspielen regional inspirierte Spezereien auf - vom Tomatensalat mit Hüttenthaler Zickli bis zum Odenwälder Entrecote mit Apfel-Senfbutter. Einmalig sind seine selbstgemachten Essige, die man im Freiheitslädchen unter seiner fachkundigen Anleitung verkosten und kaufen kann.

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Wer zum Tintenfass will, muss durch die Hölle gehen

Nach der genussvollen Einkehr beginnt der Abstieg zur Burgruine Rodenstein. Durch dichten Mischwald, vorbei an mächtigen Felsbrocken und den „Fallenden Wassern“, einem malerischen kleinen Wasserfall, wandert man gemächlich zur sagenumwobenen Ruine. Errichtet wurde das Bollwerk um 1520 auf „gerodetem Stein“ von den Herren von Crumbach, die sich von da an „Herren von Rodenstein“ nannten. In aller Munde: die Sage vom Rodensteiner Ritter. Auf ihm soll ein Fluch lasten, der ihn auch nach seinem Tod keine Ruhe finden lässt. Warum? Er hat Frau und Kind seiner Kriegslust geopfert. So ist er verdammt, mit seinem kriegerischen Heer mit viel Getöse durch die Wolken zwischen Burg Schnellerts und Rodenstein hin und her ziehen, um dem Land Krieg und Frieden zu verkünden. Unterhalb der Burg lädt heute das gleichnamige Hofgut mit schöner Terrasse zur Einkehr ein.

Orientierungssinn abverlangt

Der Rückweg nach Reichelsheim verlangt etwas Orientierungssinn, denn die Wegmarkierung R 1 taucht unterhalb des Hofgutes irgendwann einfach nicht mehr auf. Deshalb folgt man am besten dem Asphaltband entlang des kleinen Bächleins, bis man den Weiler Eberbach (drei Bauernhöfe rechter Hand) erreicht, biegt dann in Richtung Höfe ab und folgt nun dem blauen Dreieck bis zur Ortsgrenze Reichelsheim. Nach Erreichen der Ortsgrenze (Erbacher Weg), in die zweite Straße nach rechts (Bezenbach) abbiegen und immer bergan bis zum Friedhofsparkplatz an der Laudenauer Straße gehen und dann geschwind bei Armin Treusch in dessen Gasthaus direkt am pittoresken Marktplatz einkehren. Treusch ist Lokal-Matador im besten Sinne. Er tischt ausschließlich Gerichte auf, die aus regional-typischen Produkten bestehen. Außerdem kann man bei ihm eine große Auswahl sortenrein gekelterter Apfelweine probieren.

Für die insgesamt 12 Kilometer lange Strecke sollte man gut drei Stunden Wegzeit einplanen

Adressen: Gasthaus zur Freiheit, Freiheitsstraße 20, 64385 Reichelsheim, Tel.: 06164/1032, www.zurfreiheit.de
Hofgut Rodenstein, An der Burgruine, 64407 Fränkisch-Crumbach, Tel.: 06164/1087, www.hofgut-rodenstein.de
Gasthaus Treuschs Schwanen, Rathausplatz 2, 64385 Reichelsheim, Tel.: 06164/2226, www.treuschs-schwanen.com

Quelle: op-online.de

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