Lernbauernhof Rhein-Main

Urlaub daheim: Jugendliche erfahren mehr übers Landleben

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Bei der Fütterung wird jedem Kind klar, dass Kühe nicht lila sind.

Bad Homburg - Der „Lernbauernhof Rhein-Main“ in Bad-Homburg bietet Lehr- und Erlebnispfade für Kinder und Jugendliche aus der Satdt. Hier erfahren sie wo Pommes Frites und Milch wirklich herkommen.  Von Sonja Thelen

Beherzt greift Santiago nach dem frischen Heu, das auf einem Haufen im Stall liegt, und hält es der braunäugigen Kuh hin. Mit seiner Schwester Anna, seinem Freund Noah und dessen Schwester Lilly, sowie ihren Müttern, hat der Siebenjährige aus Dreieich-Offenthal einen Ausflug unternommen. Gemeinsam geht es zum Lernbauernhof Rhein-Main. Sie sind zum ersten Mal auf dem Hof, um etwas über Landwirtschaft zu erfahren, erzählt Santiagos Mutter, die von der Anlage ganz angetan ist.

Seit 1999 besteht der Lernbauernhof in Bad-Homburg. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können hier hautnah das Leben auf einem Bauernhof erleben. Landwirt Gerhard Maurer wohnt hier mit seiner Familie und bewirtschaftet den Betrieb.

„Städtern ist das Leben auf dem Bauernhof zunehmend entfremdet. Vor allem die Kinder wissen gar nicht mehr, woher die Nahrungsmittel stammen, die sie essen“, erläutert Roger Cromm, Geschäftsführer des Trägervereins „Lernbauernhof Rhein-Main“, der sich 1998 gegründet hatte, um diesen außerschulischen Lernort ins Leben zu rufen. Tatsächlich wissen viele Stadtkinder heute nicht mehr, dass ihre innig geliebten Pommes Frites aus Kartoffeln bestehen, Kühe die „tägliche Portion Milch“ geben oder Hühner die Eier für das Sonntagsfrühstück gelegt haben.

Kindergartengruppen und Schulklassen erkunden das Gebiet 

Unter der Woche sind es vor allem angemeldete Kindergartengruppen oder Schulklassen, die sich dort aufhalten. Wer Lust hat, kann den Hof, der am Regionalparkweg Rhein-Main liegt, auf eigene Faust bei einem Ausflug erkunden - wie die zwei Familien aus Dreieich-Offenthal. Ein Lehr- und Erlebnispfad, der 14 Demonstrationsflächen umfasst, führt über das Gelände.

Und genau den erkunden die vier Kinder: Sie klettern auf den Traktor, schauen nach den Kaninchen in den Käfigen oder werfen einen Blick in den Bauerngarten. Infotafeln erläutern den Fuhrpark, den Hühnerstall, den Strukturwandel in der heutigen Landwirtschaft, oder auch welches Getreide auf dem Acker angebaut wird und wie Bienenhaltung funktioniert. Die neueste Attraktion auf dem Lernbauernhof besteht erst seit Ende Mai: ein großer Hamsterbau, errichtet als lehmverputzter Kubus und im Innern höhlenartig gestaltet. „Der Besucher soll ein Gefühl für die Lebensweise eines Feldhamsters bekommen. Wie er sich die Höhle gebaut hat und die Fallrohre, um im Notfall zu fliehen“, erzählt Cromm. Der begehbare Hamsterbau samt interaktivem Infopavillon soll dazu dienen, über den vom Aussterben bedrohten Feldhamster und seine Lebensräume aufzuklären, erläutert Cromm.

Quelle: op-online.de

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