Vogelsberger Seenplatte

Urlaub daheim: Rundwanderung zu den Naturschönheiten

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Blick auf den Nieder-Mooser See.

Freiensteinau - Drei schöne Gewässer, lichte Wälder, weite Wiesen, seltene Vögel in Feld und Flur - auf dieser Tour von einem Vogelsberger Feuchtgebiet zum nächsten, kann man ursprüngliche Natur und ihre tierischen Bewohner erleben und herrliche Aussichten genießen. Von Ingrid Schick

Der Nieder-Mooser Teich gehört Seglern, Surfern, Campingfreunden und Ausflüglern. Allerdings nur im Bade- und Campingbereich und auch nur im Vogelsberger Sommer von Mitte Juni bis Ende August. Dann geht es zwischen Parkplatz, Schwimmbad, Hafen und Campingplatz am Wochenende turbulent zu. Aber nur ein paar hundert Meter weiter, am Seeufer, wird es wieder still. Frösche quaken liebestoll, Enten dümpeln dahin und leise wiegt der Wind das Schilf. So gehört auch das Ausflugsziel, Segler- und Badeparadies Nieder-Mooser See zum 520 Quadratkilometer großen EU-Vogelschutzgebiet Vogelsberg, das zum Erhalt von Schwarzstorch, Rotmilan, Grauspecht, Uhu, Fischadler und zahlreichen weiteren Arten beiträgt.

Malerisch dahingeworfen hell gewaschene Baumstümpfe liegen im Wasser

Den Ober-Mooser Teich (56,5 ha) und den Reichloser Teich (38,7 ha) hat der NabuHessen im Jahr 2003 nach einer Spendenaktion für 600.000 Euro vom Grafen Riedesel gekauft. Der Rothenbachteich (25 ha) gehört dem Land Hessen. Hier liegen malerisch dahingeworfen hell gewaschene Baumstümpfe im Wasser, zahlreiche Luftblasen an der Oberfläche verraten die zahlreichen Fische, die hier ihre Kreise ziehen. Eine Bank lädt hier zur besinnlichen Rast mit Vogelgezwitscher als Hintergrundmusik ein.

Eine Rundwanderung von zehn Kilometern eröffnet facettenreichen Perspektiven auf die Naturschönheiten des Vogelsbergs. Dazu geht man vom großen Parkplatz oberhalb des Nieder-Mooser Sees vorbei am Freibad (links) hinunter zum Seeufer. Am Ufer rechts halten, vorbei am kleinen Hafen, geht’s mit dem See zur Linken bis zu einer vielbeschilderten Kreuzung. Ab hier leitet uns das Wanderzeichen Vogelsberger Vulkanwanderweg (VV) durch lichten Laubwald. Große Waldbruch-Flächen zeugen von der Gewalt der heftigen Stürme, die hier oben manchmal toben und deutlich ihre Spuren hinterlassen haben.

Ober-Mooser Teich ist Teil einer idyllischen Wasserlandschaft

Wir folgen dem Vulkanwanderweg bis zum Abzweig des regionalen Wanderweges mit der Kennzeichnung 4 auf schwarzem Grund und einem Wegweiser nach links zum Rothenbachteich.

Gleich nachdem wir den Teich passiert haben, überqueren wir die L 3181 und folgen dem betonierten Wirtschaftsweg, der als regionaler Wanderweg 4 erst geradeaus und dann nach links und über eine kleine Anhöhe direkt zum Ober-Mooser Teich, einer idyllischen Wasserlandschaft, führt. Mitten im See, auf der kleinen Insel mit einem abgestorbenen Baum, haben sich Kormorane angesiedelt. Die seltene Vogelwelt zieht zahlreiche Besucher an, die mit Ferngläsern, Super-Zoom-Objektiven und Stativen bewaffnet auf Vogelschau sind.

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Uns lockt allerdings Heidis Bauerncafe in der Ortsmitte. Der direkte Weg dorthin ist am Parkplatz der NABU-Scheune ausgeschildert. Der schönere Weg führt über einen Damm zwischen Teich und Fischweihern entlang bis zur Bebauungsgrenze Ober-Moos. Hier biegen wir nach links in den Lichtenröther Weg ein, gehen vorbei an der Kirche bis zur Spessartstraße. Die überqueren wir und gehen schräg gegenüber in den Friedhofsweg, wo Heidis Caféstübchen ausgeschildert ist. Nach der Kaffeepause geht es nach rechts und schnurstracks über die Anhöhe „Hartchen“ zurück zum Nieder-Mooser Teich. Dieser Streckenabschnitt ist an einen strahlenden Sommertag Wandergenuss pur: Kühe weiden rechts und links des Weges, der Nieder-Mooser See glitzert in der Sonne, die Segel der Surfer sausen wie bunte Vögel über den See.

Bei Erreichen des Seeufers rechts halten und mit dem regionalen Wanderweg 4 am See entlang bis zum nächsten Boxenstopp gehen: Die schöne Seeterrasse des Café Jöckel auf der anderen Seite der Seestraße. Der Kuchen ist selbstgebacken, die Eisbecher riesig, der Andrang am Wochenende groß. Auf dem Rückweg zum Ausgangspunkt muss man wieder die Landstraße überqueren und anschließend auf dem Damm gehen Den Badebereich in Sichtweite geht es so dann zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Adressen:

Heidis Caféstübchen, Friedhofsweg 5 , Ober Moos (Gemeinde Freiensteinau), Telefon 06644 1438, Ö: täglich 14-18 Uhr, Sonn- und Feiertage ab 13 Uhr, sommers bis 22 Uhr, Do Ruhetag,

Restaurant Jöckel, Zum See 5, Nieder-Moos Telefon 06644 343, Ö: Seeterrasse täglich 11-18 Uhr.

Tourist-Information Mooser Seen, Alte Schulstraße 5, Freiensteinau, Telefon 06666 960021.

Quelle: op-online.de

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