Wanderung von Nidda nach Bad Salzhausen

Urlaub daheim: Promenieren in historischem Ambiente

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Der Marktplatz von Nidda.

Nidda - Rund um den historischen Marktplatz in Nidda gruppieren sich viele schöne Fachwerkhäuser, und im historischen Gasthaus Zur Traube wird das Bier selbst gebraut. Von Ingrid Schick

Die charmante Kurstadt Bad Salzhausen hingegen wartet mit einem der ältesten Kurparks Deutschlands und pittoresken Badehäusern auf. Bei dieser Kur-Tour können Sie gleich zwei Perlen im vorderen Vogelsberg entdecken.

Los geht’s am Bahnhof Nidda. Über die Bahnhofstraße und die Emanuel-Eckstein-Anlage erreicht man eine Bahnunterführung. Ab hier ist der Fuß- und Radweg nach Bad Salzhausen ausgeschildert. Auch das Wegzeichen des VHC (Vogelsberger Höhen-Club), ein grünes Dreieck, führt dorthin. Zunächst muss der Schlangenweg, der sich steil hinauf auf die Kuppe windet, bezwungen werden. Oben angekommen weiß man, warum der Weg so heißt. Zur Belohnung gibt’s schöne Aussichten auf Felder und Wälder der nördlichen Wetterau. Über den asphaltierten Fuß- und Radweg geht es nun hinab nach Bad Salzhausen zu einer der ältesten Kurparkanlagen Deutschlands. Die ersten Bäume wurden 1827 gepflanzt, sind heute bis zu 30 Meter hoch.

Viele herrliche Ecken

Der malerisch-lauschige Kurpark hat viele herrliche Ecken, man sollte ihn auf eigenen Wegen im eigenen Tempo erkunden. Sehenswert sind die Saline, die pittoreske Trink- und Lesehalle mit Södergrundquelle und das historische Mühlrad. Es ist ein Überbleibsel der 1776 von Salinendirektor Langsdorff erbauten Stangen- und Wasserkunst, mit der die nötige Energie zum Betreiben der Solepumpen produziert wurde.

Hat man den unteren Kurpark erkundet, führen alle Wege auf die Kurallee, die am Kurhaushotel in die Kurstraße übergeht. Zwei Highlights am Wegesrand sollte man sich nicht entgehen lassen: das Atelier des Malers Dieter Schiele, Großneffe des berühmten Expressionisten Egon Schiele in der Quellenstraße 6. Ein Muss für Süßmäuler: das Café Ira mit schönem Garten in der Kurallee 1-3. Die zahlreichen, selbst gebackenen Torten sind ein Traum!

Parcours für die Sinne

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Nun kann man entweder vorbei am klassizistischen Kurhaushotel und dem Badehaus über die Promenade durchs beschauliche Kur-Quartier schlendern. Oder man flaniert durch den oberen Kurpark mit seinem alten, mächtigen Bäumen und einem Parcours für die Sinne. Auch der Bahnhof, ein typischer Kurstadtbahnhof aus der Zeit um 1900, ist sehenswert. Weil in Bad Salzhausen alle Weg zur Kurallee und in den unteren Kurpark führen, kann man sich nicht verlaufen. Über den Fuß- und Radweg geht’s zurück nach Nidda.

Empfehlenswert ist ein Abstecher zum Marktplatz und den engen Gassen drum herum. In der Schloss-, Pfarr- oder Alten Gasse sind viele Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert erhalten geblieben. Durch die Pfarr- und Schlossgasse kommt man zur evangelischen Kirche, der ältesten hessischen Saalkirche und zum Schloss Nidda, das auf den Fundamenten einer alten Wasserburg gründet.

Hier wird Oberhessisch gebabbelt und gekocht

Adressen:

Café und Pension Haus Ira, Kurallee 1, 63667 Nidda-Bad Salzhausen,  06043 6122, geöffnet: Di + So 13-18 Uhr.

Niddaer Gasthofbrauerei Hotel Zur Traube, Markt 21, 63667 Nidda, 06043 404 70, Mo-Do 11-14.30 und 17-24 Uhr, Fr 11-14.30 und 17-1 Uhr, Sa 11-1 Uhr, So 11-24 Uhr.

Über die Schlossgasse geht’s zurück zum Marktplatz und zum markanten, schindelverzierten Gasthaus Zur Traube. Hier wird Oberhessisch gebabbelt und gekocht: „Alles aus´m Suppe-Topp“ oder „Ebbes für´n klaane Hunger“ ist genauso zu finden wie deftige Gerichte: Wildschweinebraten mit Semmelknödel, Apfelrotkohl und Preiselbeeren, hessischer Hackbraten mit Zwiebelsoße und Brot oder gegrillte Schweinesteaks in Biersauce. Die Portionen sind riesig, das Bier frisch gezapft. Nach der Jausen-Pause fällt der Weg über die Neue Straße und die Bahnhofsstraße zurück zum Bahnhof Nidda ein bisschen schwer. Die Wanderung ist zehn Kilometer lang. Die Wegzeit beträgt etwa zweieinhalb Stunden.

Quelle: op-online.de

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