Volljährigkeit vorgetäuscht: Jugendlicher muss zahlen

Frankfurt - Täuscht ein Minderjähriger bei Abschluss eines Vertrages seine Volljährigkeit vor, ist er trotz fehlender Geschäftsfähigkeit zur Zahlung des vereinbarten Kaufpreises oder Honorars verpflichtet.

Das hat das Amtsgericht Frankfurt in einem heute bekanntgewordenen Urteil entschieden.

Die Richter gaben der Klage einer Dienstleistungsfirma statt und verurteilten einen jungen Mann zur Zahlung von rund 1400 Euro für die Vermittlung eines Discjockeys (AZ 32 C2910/09-49). Der junge Mann hatte sich als Geschäftsführer einer Event-Firma ausgegeben und einen Discjockey für eine Feier angeheuert.

Dabei legte er die Kopie seines angeblichen Personalausweises vor, nach dem er 20 Jahre alt sei. Als ihm rund 1400 Euro in Rechnung gestellt wurden, legte er einen anderen Ausweis vor, der sein Alter mit 17 Jahren angab. Er sei zum Vertragsabschluss noch minderjährig gewesen, der Vertrag also nicht gültig zustande gekommen, argumentierte er.

Wenn ein Minderjähriger unter diesen Umständen einen Vertrag abschließe und den Vertragspartner über sein Alter täusche, müsse er nach den Regeln der „ungerechtfertigten Bereicherung“ die vertraglichen Verpflichtungen erfüllen, entschied das Gericht. Es dürfe nicht sein, dass sich Minderjährige an der Grenze zur Volljährigkeit unter bewusster Täuschung über ihr Lebensalter unentgeltliche Leistungen verschaffen.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © pixelio

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare